Die Geschichte zweier Brüder. Gemeinsam durch Dick und Dünn.

Die Geschichte zweier Brüder. Gemeinsam durch Dick und Dünn.

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Die Geschichte zweier Brüder. Gemeinsam durch Dick und Dünn.

Interview* Heute geht es mal nicht um mich. Heute geht es nicht um Paleo. Heute geht es ums Abnehmen, Freeleticts, Laufen und es geht um Brüderlichkeit. (Englische Vers ...

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Interview*

Heute geht es mal nicht um mich.

Heute geht es nicht um Paleo.

Heute geht es ums Abnehmen, Freeleticts, Laufen und es geht um Brüderlichkeit.

(Englische Version: Click here for english version.)

Ich hatte die Chance Mark und Ian Kenna zu interviewen. Zwei Brüder aus Swindon in England. Die beiden haben 130kg zusammen verloren und sind ziemlich bekannt im Freeletics Universum. Jetzt haben sie beschlossen gemeinsam 2 Marathons mit nur einer Woche Pause dazwischen zu laufen und später im Jahr einen 100 Kilometer Ultramarathon an 2 Tagen zu überwinden. Alles das machen sie für einen guten Zweck. (www.justgiving.com/kennabrothers)

(Dieser Artikel ist aus dem April 2016. Hier gibts ein kleines Update zu den beiden.)

Hier ist ihre Geschichte:

Frage:
Hi Mark, Hi Ian! Lasst uns gleich loslegen, wie zur Hölle habt ihr so viel abgenommen?

Ian:
Für mich war es nie nur eine Diät. Wann immer ich eine Diät startete, Low Fat, weniger Essen zum Mitnehmen, Atkins, erleidete ich schnell einen Rückfall.
Deshalb musste ich das ganze als einen neuen Lebensstil betrachten. Das hier ist etwas, dass ich für den Rest meines Lebens machen will, etwas bei dem ich bleiben kann und dass ich durchhalte.
Natürlich änderte ich auch meine Essgewohnheiten, zusätzlich bewegte ich mich mehr, meine Trink- und Schlafgewohnheiten und mein alltägliches Leben haben sich alle geändert.
Von den kleinen Details wie z.b. die Wasseraufnahme, mehr Bewegung und mehr Zeit mit den Kindern zu verbringen und darüber hinaus meine Lebensmittel- und Kalorienaufnahme und neue sportliche Gewohnheiten und im Allgemeinen dass ich mich mehr Bewegte, hatten Einfluss.

Ian Kenna

Ian Kenna

Mark:
Ich habe meinen Lebensstil in den letzten 115 Wochen geändert (Ja ich zähle immernoch in Wochen). Anfangs hörte ich auf mit dem Alkohol, dann Kaffee und zuckrige Softdrinks, Fast Food, Snacks und verarbeitet Lebensmittel. Mehr Obst, Gemüse und mageres Fleisch als auch kleinere Portionen sowie mehr Wasser trinken und Nahrungsergänzungsmittel. Natürlich war das ein Prozess und ging nicht auf einmal. Das gleiche gilt für den Sport. Ich fing klein an, 10 Minuten auf dem Cross Trainer, 3 mal die Woche, ich fing an zu laufen, startete das Insanity DVD Programm, Kettle Bells und dann Freeletics und ich habe niemals zurückgeschaut.

Mark Kenna

Mark Kenna

Frage:
Wieviel Gewicht habt ihr verloren und wie lange habt ihr dafür gebraucht?

Insgesamt habe ich seit März 2013 (162kg) 88,9kg abgenommen – Ian

Zu meinen schwersten Zeiten wog ich ca. 116kg – Mark

Ian (186cm):
Insgesamt habe ich seit März 2013 (162kg) 88,9kg abgenommen und wiege nun gesunde 73kg .

Mark (177cm):
Zu meinem schwersten Zeiten am anfang dieser Reise am 4. Januar 2014 wog ich ca. 116kg. Im April 2015 (68 Wochen später) hatte ich 42 Kilo abgenommen und wiege nun 74kg.

 

Frage:
Viele Menschen dort draußen haben ihre eigenen Gewichtsprobleme, einige von ihnen wollen nun ein paar Kilo verlieren, anderen müssen massive an Gewicht verlieren um schwere gesundheitliche Folgen zu vermeiden und andere wiederum müssen sogar zunehmen weil sie zu wenig wiegen.

Wie war euer Gesundheitszustand als ihr angefangen habt abzunehmen und was habt ihr damals über euch selbst gedacht?

Ich habe die Person die ich war gehasst. – Ian

Für viele Jahre war ich unglücklich – Mark

Ian:
Ich habe diese Frage noch niemals irgendjemandem Beantwortet geschweige denn es laut ausgesprochen.
Wenn ich komplett ehrlich zu dir bin dann habe ich die Person die ich war gehasst. Ich war Fettleibig, viele Fachkräfte sagten krankthaft Fettleibig und ich habe meine Gefühle hinter einem lächeln versteckt. Ich brachte die Leute zum lachen und machte alles was ich konnte um nicht zu zeigen wie sehr ich ich leidete in meinem Inneren. Jedes mal wenn ich mich selber auf Bildern oder im Spiegel betrachtete, immer wenn ich meine Bauch berührte oder mein im Fenster sah fühlte ich mich physisch Krank.
Ich kann mich noch gut erinnern wie ich oft an meinem Bauch zerte, das Fett um meinen Wanst zusammendrückte es versuchte es so hart von mit fortzureißen wie ich konnte.
Ich war in Tränen aufgelöst obwohl ich wusste das ich jeden Tag, jede Woche und jeden Monat dicker wurde hörte ich nicht auf mich selber zugrunde zu essen und zu trinken
Klamotten kaufen gehen war furchtbar peinlich. Ein XXXL T-Shirt zu suchen oder eine Hose mit 44er Bundweite zu kaufen war genug um jedermann betrübt zurück zu lassen.
Ich kämpfte gegen Depressionen und Angst für viele Jahre und ich schob das immer auf meine Job, das Leben im Allgemeinen. Wenn ich jetzt zurückschaue dann glaube ich das mein Gewicht der Grund war warum ich mich so gefühlt habe.
Es ist wirklich seltsam wenn Leute sagen „Ich esse weil ich deprimiert bin, aber ich bin Fett weil ich zu viel esse“, aber ich verstehe es jetzt. Es ist ein Teufelskreis und wenn du in diesem Geisteszustand gefangen bist ist es schwer den Wald vor lauter Bäumen zu sehen.
Meine Gesundheit litt also und neben meinen Depressionen hatte ich auch noch mit beängstigenden Herzrythmusstörungen zu kämpfen. All das hing mit meinem Lebensstil zusammen aber obwohl ich mich selber langsam tötete durch mein übergewicht ging es mir ansonsten wohl noch ganz in Ordnung.
Ich war auch ein heftiger Raucher, das hat wohl auch nicht geholfen. Ohne jeglichen Sport in meinen Tagesabläufen war ich unfit, ungesund, übergewichtigt, unglücklich und ich hatte einfach die Nase voll von meinem Leben und der Art wie ich es führte.

Mark:
Für viele Jahre war ich unglücklich mit meinem Gewicht und mit der Qualität meines Lebens.
Ich nahm zu, aß zu viel Fastfood und viel zu viele Snacks. Zusätzlich trank ich fast jede Nacht. In meinem Wünschen wollte ich immer zurück zu meinem Hochzeitsgewicht, meiner Figur und meinem Aussehen und meinem Körpergefühl damals 1999. Ich trainierte 4-5 mal die Woche war fit und gesund und konnte Klamotten tragen die mir gut passten und gut aussahen. Aber, das Leben hatte mich eingeholt und mit meinem Job, vielen beruflichen Reisen und vielen Überstunden vergingen 12 Jahre ohne wirkliche Routine. Ich eignete mir einige schlechte Angewohnheiten an und als ich meine eigene Firma gründete arbeite ich sogar noch mehr, allerdings von Zuhause. Damit entfiel dann auch noch das Fahrradfahren zur Arbeit, womit ich dann gar keine regelmässigen Sport mehr machte und ich fing auch noch an mehr zu trinken um mit schneller zu entspannen.
Je mehr ich trank, desto mehr aß ich, mein Körper verlangt dann einfach nach Kohlenhydrathen, und zwar den Bösen, Toast, Kekse und Chips. Manchmal habe ich 2 bis 3 Tüten Chips in eine geschüttet, noch ein paar gesalzene Erdnüsse obendrauf geschütet und alles gegessen. Je mehr ich trank und aß, desto depressierter war ich und desto mehr wollte ich aus diesem Kreis ausbrechen, aber ich aß und trank trotzdem immer mehr anstatt etwas dageben zu tun. Es schien mir einfach zu schwierig zu sein, eine Mammumt-Aufgabe. Irgendwann in mir drin sagte mir jetzt oder nie. Ich könnte Fett und unglücklich bleiben oder ich könnte endlich dauerhaft meinen Lebensstil ändern und mich weiterentwickeln.

Mark und Ian

Mark und Ian heute


Frage:
Für mich war die Gesundheit ein Grund um anzufangen Abzunehmen aber nicht der Hauptgrund, der war eindeutig das bessere Aussehen. Wie war das für euch? Was was euer Hauptgrund um mit dem Abnehmen anzufangen?

Mark:
Ich denke bei mir war es ähnlich wie bei dir! Ich wollte Fit und gesund sein, ich bin ein dreifacher Vater und ich merkte das meine Lebensqualität meine Familie beeinflusste.
Immer wenn ich konnte wollte ich mich hinsetzen. Ich wollte nicht oft ausgehen, das war mir zu viel Aufwand.
Ich erinnere mich an eine Wanderung mit alten Schulfreunden die ziemlich anstrengend war. Meine Freunde musste mich von hinten den Berg nach oben schieben, ich habe mich so furchtbar gefühlt als ich oben war und hatte kein Chance den Moment auf dem Gipfel zu genießen. Ich musste meine Luft anhalten um meine Socken anzuziehen und bin dabei öfter vorne übergekippt. Das mag vielleicht lustig klingen , war es aber nicht. Ich spielte mit den Kindern auf der Wii und ich kann mich erinnern wie sie sagten: Komm schon Papa, dein Wii Fit Man wird fett.
Beim Shoppen nach Klamotten suchte ich die Kleiderbügel mit den Hosen mit den elastischen Bündchen und beim Bezahlen versuchte ich das Schild mit der Größe zu verstecken.
Das war nicht ich, aber ich war so.
Ich gründete ein neues Business, dafür musste ich gut Aussehen, mich gut fühlen. Ich brauchte Energie um mich und mein Team zu motivieren.
Wenn ich mich selber nicht respektieren konnte, wie sollten andere das tun. Zusammen mit meiner geringen Lebenqualität die auch meine Familie, Freunde und mein Portmonei negativ beeinflusste war mein Nummer 1 Grund wie bei dir das bessere Aussehen, das bessere Gefühl und eine profesionelle Presenz für mein Unternehmen.

Mark in 2014

Mark in 2014

Ian:
Ich erinnere mich wie ich meine Tochter Phoebe(damals fast 3) ansah, ein anderen Kind war gerade auf dem Weg, und ich dachte mir „Wenn ich meine Lebensstil nicht ändere werde ich niemals die Chance haben, sie zum Altar zu führen. Ich werde niemals meine Enkel kennenlernen.“
Ich hate keine keine andere Motivation als das ich meine Kinder aufwachsen sehen wollte, zumindest war das am Anfang so.
Es war genug um mir den Tritt zu geben, den ich brauchte. Erst als ich etwas abgenommen hatte begann ich mich besser zu fühlen und besser ausszusehen. Ich bekam Komplimente von Menschen denen aufviel das ich abgenommen hatte und das ich anfing mich wohler und fitter zu fühlen.
Es ging mir nie ums Aussehen aber heute gebe ich mehr acht auf meine Erscheinung, fühle mich gestärkt, vitaler und fitter.

Ian now and then

Ian damals und heute

Frage:

Gab es einen Moment in eurer Abnehmphase in der ihr wirklich wusstet das ihr es diesmal durchziehen werdet?

Ich werde das schaffen – Ian

Ian:
Ich war 100% engagiert mein Leben zum positiven zu ändern, aber es hat bis zum Januar 2014 gedauert als mein Bruder Mark sagte das er meine Reise mit mir gehen würde, das ich wusste ich „Ich werde das schaffen“. Ich habe immer aufgesehen zu meinem Bruder, mein ganzes Leben war und ist er meine Inspiration. Als Kind wollte ich immer sein wie er, alles was er sich vornahm erreichte er mit 110% Engagement und Enthusiasmus und ich wusste mit ihm an Bord gab es nicht die Möglichkeit des er mich scheitern lassen würde oder der er selber scheitern würde. Das war der Moment in dem ich wusste das ich alles erreichen konnte, was wir beide uns vornehmen würden.

Von diesem Moment an schaute ich niemals zurück – Mark

Mark:
Es war an einem der Weihnachtstage, wir waren aus mit Freunden. Während wir Bier tranken sprach ich darüber das trinken für einen Monat aufzugeben. Im neuen Jahr sollte es soweit sein. Die meisten der Jungs hielten mit für bekloppt aber einer meiner Freunde sagte “Nur einen Monat, ich bleibe abstinent für 3“.
Ich entschied mich mit zu machen und wir gaben uns die Hand drauf. An Silvester gingen wir aus und die Frau eines anderen Freundes suchte noch ein Team für einen Tough Mudder Lauf im August 2014, sie war sehr fit. Ich hatte darauf richtig lust.
Wir waren im neuen Jahr auf einem Kurztripp und ich saß in einem Cafe am Ende des Urlaubs, ich studierte die Tough Mudder Website und entschied mich dann und dort das ganze zu buchen. Ich bezahlte 100 Pfund und ich dachte, wenn ich es jetzt buche, dann bin ich verpflichtet fit zu werden, den Alkohol aufzugeben und Abzunehmen um an einem 21k Hindernisslauf in 8 Monaten teilzunehmen.
Von diesem Moment an schaute ich niemals zurück. Alles fügte sich zusammen. Wir hatten einen letzten Drink am Geburtstag meines Bruders am 3. Januar und am Ende des Abends hörten wir beide auf zu trinken. Zu diesem Zeitpunkt hatte mein Bruder schon knapp 38 Kilo abgenommen und ich wusste wenn ich mich an Ihn halte, wenn ich tat was er tat, dann war das abnehmen und fit werden möglich. Er hatte es bereits geschaft und gab mir selbstbewusstsein das ich es auch schaffen könnte. Mein Freund hat übrigens niemals mit dem Trinken aufgehört, ich hielt damals 4,5 Monate durch, was mir am Anfang wirklich geholfen hat. Ich bin ein Alles oder Nichts Typ.

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Frage:
Habt ihr schon mal vorher versucht abzunehmen und wenn ja was ist schief gelaufen.

Ian:
Ja ich hatte mit 21 schon mal versucht abzunehmen, zusammen mit einem Freund. Wieder war es ein Wettbewerb mit meinem Bruder, wir wollten ein bestimmtes Gewicht erreichen, bevor der Andere es schaft. Ich habe mein Ziel damals erreich aber bin nicht dabei geblieben. Es war nur knapp 5 Kilo und ich war nicht wirklich mit dem Herzen dabei.
Was war falsch gelaufen? Frauen! Ich fühlte mich in einer Beziehung wohl und dadurch kamen schlechtes Essen vor dem TV und Selbstgefälligkeit.
Wir bestellten Essen 5-6 Nächte die Woche, dazu gabs 10-15 Bier and 5 Abenden in der Woche, das vorderte seinen Tribut.

Mark:
Für meine Hochzeit habe ich 19 Kilo verloren, an Muskelmasse zugelegt und fühlte mich großartig. Ich meldete mich in einem Fitnessstudio an mit meiner Frau und trainierte mit Gewichten nach einem Programm von meinem damaligen Personal Trainer. Es funktionierte aber das Leben kam dazwischen und ich ging immer seltener ins Studio.
Ich verlierte den Fokus warum ich überhaupt da war und ich glaube das ich der grund warum so viele Menschen scheitern. Sie erreichen ein bestimmtes ziel, gehen zurück zu alten Gewohnheiten und nach ein paar Jahren sind Sie wieder da wo sie angefangen haben und merken das nicht mal wirklich, bis es zu spät ist.

Warum habt ihr mir nicht gesagt das ich so dick war? –  Ian

Frage:
Einige Fragen die ich mir selber ab und zu stelle wenn ich alte Bilder anschaue: Wie konnte ich das nur zulassen. Wie konnte ich mich so gehen lassen. Also, wie konntet ihr nur?

Ian:
Ok, das ist eine kontroverse Frage. Obwohl ich zurück blicke und mich frage “Wie konntest du es nur so weit kommen lassen?“, „Warum hast du nur so viel gegessen und getrunken“ schaue ich auch auf meine Famile und Freunde um mich herrum und frage mich „Warum habt ihr mich nur so werden lassen“, „Warum habt ihr mir nicht gesagt das ich so dick war?“, „Warum habt ihr erlaubt das ich mich langsam selber töte?“ Ich dachte das ehrlich für eine ganze Weile. Ich weiß das das schlecht war, aber ich glaube ich habe einfach versucht anderen die Schuld zu geben. Ich glaube immer noch das wenn mir jemamnd gesagt hätte: „Ian, ich mache mir sorgen um dich und dein Gewicht“ in einer konstruktiven Art und Wiese, dann hätte ich zugehört. Damals habe ich das einfach nicht so gesehen, man selber ist Blind gegenüber der Tatsache das man so Dick geworden ist.

Mark:
Ich glaube es ist gut wenn jemand ein Auge auf einen wirft. Mein Bruder ist wirklich gut darin. Wir trinken immer noch ab und zu, aber nicht mehr so viel wie früher. Es geht einfach um diese Balance, diese Lebensqualität. Das zu tun worauf man Lust hat während man tut was man tun muss. Auf Fitness und gute Ernährung zu achten scheint für viele schon zu viel zu sein, aber in wirklichkeit ist es eine Lebensart und man kann immer zurück zu den Basics gehen für eine Gewisse Zeit. Die Menge einschrenken, weniger Trinken und mehr Bewegung. Ich werde mich nie wieder so gehen lassen, es ist so ein dunkler Ort der nicht nur mich negativ beeinflusst sondern auch meine Frau, meine 3 Kinder und meine Arbeit. Zusätzlich ist die Lebensqualität die ich jetzt habe ein unerwarteter Bonus. Ich schreibe immernoch mein Fitness Tagebuch, Wiege mich selber einmal die Woche und spiele mit meiner Ernährung. Essen ist jetzt mein Freund und mein Treibstoff für meine Performance.

Ich werde mich nie wieder so gehen lassen – Mark

Frage:
Jetzt wo wir die dunklen Seiten des ganzen beleuchtet haben, lasst uns ein bisschen fröhlicher werden. Heute seit ihr nicht nur schlanker aber auch sehr fit, mit Sixpack und alles was dazu gehört. Wir habt ich das geschaft und wart ihr früher schon aktiv und sportlich.


Mark:
Haha Frage, ja manchmal muss man diese dunklen Zeiten durchlaufen bevor wir uns dazu entscheiden etwas zu ändern. Es ist diese Lebensdynamik die dich fast schon dazu zwingt etwas daraus zu machen. Diese unkomfortablen Phasen in der man gezungen wird entweder zu Kämpfen oder zu fliehen.
In der Schule machte ich viel Sport. Ich spielte Rughy und hielt den Schulrekord über die 400m. Nach der Schulzeit spielte ich für örtliche Rugbyvereine und ich spielte auch Fussball für einige Teams und obwohl mir das Spass machte, trainierte ich nie ernsthaft und hatte einfach nur Spass am Spiel. Als Kinder haben wir täglich Tennis und Fussball gespielt, wir lebten in der Nähe eines Sportclubs. Wenn ich zurückschaue bin ich immer ein aktiver Mensch gewesen. Ich bin immer überall mit dem Fahrrad hingefahren. Es ist nicht überraschend das 18 Monate ohne Sport so eine Auswirkung auf mich und meinen Körper hatten.

Ian:
Als Kind und als Teenager war ich sehr fit. Ich war in der Regionalauswahl im Fussball und war ein schneller Sprinter. Ich habe meine ganze Kindheit mit Fussball verbracht. Durch eine Knieverletzung mit 16 hörte ich auf mit Fussball. In diesem Alter verlies ich meine Fussball und Rugby Teams und widmete ich mich mit den Mädchen und beschäftige mich mehr mit ihnen als mit Sport oder meinen Freunden.
Erst ab Januar 2014 suchte ich mir neue Wege zum Sportmachen.
Ich entschied mich im März den Bristol 10km Lauf mitzulaufen und hatte 8 Wochen Zeit mich vorzubereiten. Ich fing an direkt von der Couch zu 5km. Dann lief ich 5km – bis 10km und so richtig los ging es als ich Zirkeltraining, Fahrradfahren und Freeletics entdeckte.
Für mich ging es eigentlich immer nur darum gewicht zu Verlieren, nicht in meinen wildesten Träumen konnte ich mir vorstellen das ich mal Muskeln aufbauen würden und Fit werden würde. Als ich Freeletics im August 2014 kennenlernte verliebte ich mich gleich sofort darin. Für mich hat es da gleich Klick gemacht. Ich habe das Fitnessstudio immer gehasst, es langweilte mich zu Tode. Der After Burn Effekt und das Gefühl für die nächsten 2 Tage nach Freeletics waren genug um mich zu Überzeugen das es etwas mit meinem Körper machte, das mir Zirkeltraining, Squash und Laufen nicht mehr geben konnten.
Für viele Monate war Freeletics neben Radfahren, Zirkeltraining mit meinem guten Freund Josh und squash mit Mark mein leben und erst als ich meine Muskeln entdeckte wollte ich mehr und mehr.

Mark und Ian trainieren zusammen

Mark und Ian trainieren zusammen

Frage:
Ihr werden 2.5 Marathons in diesem Frühjahr laufen und wollt auch noch einen 100k Ultra Marathon laufen. All das macht ihr auch noch für einen guten Zweck um Geld für UK Cancer Research(Krebsforschung) zu sammeln. Erzählt ein bisschen davon.

Ian:
Nunja, ich wollte schon immer etwas machen das ich noch nie gemacht hatte und obwohl ich Laufen nie so genossen habe wie andere Sportarten mochte ich die Idee einer Herrausforderung.
Es begann damit das ich mich für den London Marathon 2016 anmeldete um ihn für Cancer Research UK zu laufen. Der Grund warum ich diese Organisation gewählt habe, war weil mein Vater seine Schwester an den Krebs verloren hatte, im Mai 2015. Ich wollte die Charity unterstützen die ihre Familie zur Unterstützung auf ihrer Beerdigung ausgesucht hatte. Ich wollte in ihrem Andenken Laufen und wollte außerdem noch Geld sammeln für einen guten Zweck. Natürlich hat Mark mich das nicht alleine machen Lassen, Mark ist eben Mark. Er war immer an meiner Seite auf dieser Reise und sobald ich erwähnte das ich den London Marathon mitlaufen würde, meldete er sich auch an.
Von da an dachte ich ganz typisch für mich das wir den Schwierigkeitsgrad noch etwas erhöhen könnten und ich brachte den Brighton Marathon eine Woche vor dem London Marathon zusätzlich ins Spiel. Wir schwer könnte das schon sein.
Um unsere Leistung ein bisschen zu Überprüfen, da wir ja eh schon trainierten, kann dann noch der Bath Halbmarathon dazu.
Oh wie falsch konnte ich nur liegen als ich dachte, das wird leicht. Ich hatte einige Herrausforderungen zu überstehen während dieser ganzen Zeit, aber diese hier ist bei weitem die härteste die ich jemals überwinden musste.
Für jemanden der höchstens mal 10km gelaufen war, hin zu 2,5 Marathons und 665 Trainingskilometer in 15 Wochen, ist das echt hart!
Auf einem Meeting mit Cancer Research UK im Januar entschied ich mich auch das „Race to the Stones“ mitzulaufen. (100km an 2 Tagen im July)
Wenn das Verlangen für solche Events die man einmal im Leben mitmacht in mir Aufsteigt dann denke ich nicht mal über die Konzequenzen nach. Der Ausdruck auf Marks Gesicht als ich sagte “Ich bin dabei“ war unbezahlbar. Natürlich brauchte es nicht viel Überzeugungskraft und er war auch dabei.
Ich will meine Familie stolz machen und ich glaube wenn ich dabei auch noch Geld sammele für einen Guten Zweck dann kann ich auch noch etwas gutes tun.
Kein Schmerz und Leid während des Trainings und den Läufen wird jemals so schlim sein wie das Leid der Millionen von Menschen und ihrer Familien auf unserem Planeten die täglich mit den Folgen von Krebs leben müssen. Das ist meine Motivation alles zu tun was ich kann für die Krebsforschung so das wir eines Tages sagen können „Zusammen können wir den Krebs besiegen“

Kenna Brothers Supporting Cancer Research UK

Kenna Brothers Supporting Cancer Research UK – Facebook Seite

Mark:
Als Teil unseres Fitness Abenteuers haben wir immer schon einige Herrausforderungen mitgemacht die dann immer größere Events wurden. Es ist seltsam weil am Anfang macht man diese ganzen Übungen um Fit zu werden, dann wenn man Fit ist, ist es nicht mehr länger genug das man Fit bleibt. Man such immer wieder nach neuen Herrausforderungen und für mich sind solche Events eine gute Möglichkeit ein wirklich großes Ziel zu haben, unterteilt in viele kleine Ziele und diese zu erreichen.
Ein marathon ist eine riesige herrausforderung für uns Menschen. Es ist eine unnatürlich weite Distanz für uns zu laufen und obwohl ich nie ein wirklicher Läufer war, für einen frisch erkorenen Läufer ist so ein Marathon des ultimate Ziel das es zu erreichen gibt. Aber wie immer bei der Vorschlägen meines Bruders konnte es natürlich nicht nur ein einzelner Marathon sein. Ich hatte schon meinen zweite Tough Mudder Lauf gebucht mit meinem Bruder und ein 30km Hindernisslauf (Bear Grylls Ultimate Survivor) also war 2015 erstmal raus. Am 07. September erhielt ich meine goldene Anmeldebestätigung für den London Marathon durch die CRUK (Cancer Research UK) Ich war ein bisschen nervös aber glücklich das ich einen Startplatz bekommen habe, es ist einer der größten Marathons auf der Welt!
Im November schauten wir uns Laufpläne an und hatten alle geregelt bis zum Dezember. Wir würden 17 Wochen trainieren vom 27. Dezember an und 2,5 Marathons laufen um Geld für Cancer Research UK zu sammeln.

Spendenlink: https://www.justgiving.com/kennabrothers

Frage:
Ihr habt sogar eine große Benefits-Gala veranstaltet um Geld zu sammeln, wie ist die so gelaufen?

Mark:
Die Gala war ein voller Erfolg. 120 Leute tauchten aus und unterstützten unseren Event. Jeder hatte einen Anzug und eine Fliege an, es ging 6 Stunden lang und es gab Essen und Trinken, eine Verlosung, Auktionen und es wurde natürlich auch getanzt. Wir haben 4700 Britische Pfund gesammelt und mittlerweile 7300 Pfung gesammelt. Unser Ziel war es 5000 Pfund zu sammeln. Wir haben unser Ziel also schon erreicht ohne einen einzigen Marathon gelaufen zu sein.

Mark and Ian bei ihrer Benefiz-Gala

Mark and Ian bei ihrer Benefiz-Gala

Frage:
Wenn jemand helfen möchte, obwohl er kein Geld geben kann oder will, wie könnt ihr ansonsten Unterstützt werden?


Ian:
Die Leute haben viele Möglichkeiten uns zu Helfen. Geld zu geben ist nur einer davon. Uns die Chance zu geben unsere Geschichte zu verbreiten hilft z.B. sehr. Ein Like oder Share unsere Posts hilft und natürlich auch ermunternde Worte. Genauso ist es toll wenn wir unterstützung bei unsere Laufausrüstung bekommen.
Alles was und dabei unterstützt Geld zu sammeln ist eine unglaubliche Hilfe, auch die kleinsten Gesten machen einen großen Unterschied.

Frage:
Ich habe vor 4 Jahren angefangen Abzunehmen und über einen Zeitraum von 3 Jahren Gewicht verloren aber werde wohl immer noch Fitter und die Menschen sagen mir immer noch das ich dünner Aussehe als das letzte mal das sie mich gesehen haben, obwohl ich weder weiter Abgenommen habe noch habe ich bedeutend an Körperfett verloren. Passiert euch das auch?

Ian:
Ich bin gerade fitter als ich es jemals war und verliere immer noch Gewicht (ungeplannt), durch die vielen Langstreckenläufe habe ich Probleme mein Gewicht zu halten.
Es wird schon besser aber es ist schwierig weil die Läufe immer länger werden.
Ich bekomme oft Kommentare von Menschen die mir sagen: „Du bist zu weit gegangen“ oder „Du siehst zu dünn aus“. „Wo sind alle deine Muskeln hin?“ Die Menschen werden immer eine Meinung haben und das ist genau das was es ist. Eine Meinung. Meiner Meinung nach bin ich sehr zufrieden mit meinem Gewicht, ich weiß ich habe 3-5 Kilo Zuviel abgenommen aber meiner Meinung nach wird das schon zurückkommen wenn ich aufgehört habe mit dem vielen Laufen. Ich bin Fit, Gesund und fühle mich Großartig also müssen die anderen mit ihrer Meinung alleine klarkommen.

Mark:
Mir ist das nicht wirklich passiert, weil ich versuche nicht zu dünn zu werden. Gerade wiege ich 78kg aber ich war schon bei 74kg und dann sagen die Menschen das ich bisschen eingefallen im Gesicht aussehe. Auf der anderen Seite ist das das Gewicht bei dem sich meine Bauchmuskeln anfangen zu zeigen. Dieses Gewicht kann ich aber nicht auf Dauer halten, solange ich unter 76 Kilo liege bin ich Glücklich. Nach den Marathons werde ich mich dann wieder meinem Körperfettgehalt widmen. Ich will wirklich definierte Bauchmuskeln und ich weiß das das ein unnatürliches Erscheinungsbild ist, also muss ich meinen Körperfettgehalt verringern. Ich muss hart arbeiten um die Kohlenhydrathe zu senken und dieses Aussehen zu erhalten. Es scheint aber für mich nicht realistisch zu sein diesen Look das ganze Jahr zu erhalten. Das wird mir gerade so langsam bewusst und deshalb werde ich für den Sommer in Form kommen und den Rest des Jahres meine Kraft erhalten.

Frage:
Was glaubst du hat diesmal den Ausschlag gegeben das es geklappt hat, Ernährung, Sport oder eine Kombination?

Ian:
Der Lebensstil ist wichtig, eine gesunde Balance so gut es geht zu Leben und dir und den Menschen um dich herum die bestmögliche Lebensqualität zu bieten. So ein Lebensstil deckt alle Bereiche ab, Ernährung, Sport, Familienleben, Freunde, Work Life Balance.

Mark:
Ich denke Ernährung und Sport sind beide wichtig und gingen immer Hand in Hand. Je mehr man Trainiert, desto besser ernährt man sich, je weniger man trainiert, desto schlechter ist man.
Ich glaube die Gesundheitsvorteile von regelmässigem Sport und gute Ernährungsgewohnheiten sollte jeder genießen.
Das wichtigste für mich ist es in kleinen Schritten schlechte Gewohnheiten durch Gute zu ersetzen. Man sollte nicht zu hart zu sich selbst sein, Spass haben und sich nicht nur auf eine Diät reduzieren lassen. Das gilt auch für Sport.

Frage:
Wie ernährt ihr euch heute und warum?

Ian:
Ich würde sagen ich ernähre mich Low Carb, wenn dann langkettige Kohlenhydrathe. Meine Ernährung spielt gut zusammen mit meinem alltäglichen Leben. Carbs vor dem Laufen, Proteine für die Erholung, natürliche Zucker für die Enery, Low Fat Lebensmittel und nichts hochverarbeitetes. Ich mag Clean Eating, frisch sollte es sein und dazu esse ich noch so oft wie möglich.
Ich esse Weißes Fleisch, Salat, Gemüse, Vollkorn, Fisch, Früchte und Lebensmittel die mir die richtige Menge Energie und Gesundheit geben für das tägliche Training.
Ich esse noch gerne ab und zu außer Haus aber ich schaue immer nach einer gesunden Variante anstatt der fettigen Option.
Portionsgrößen spielen auch eine wichtige Rolle in meinem kontrolierten Essverhalten, wenn ich satt bin dann esse ich einfach nichts mehr.
Vor meiner Veränderung hätte ich einfach ohne Ende gegessen und gegessen bis ich mich nicht mehr bewegen konnte.
Wenn ich jetzt fertig mit essen bin fühle ich mich gut und zufrieden.

Mark:
Heute ernähre ich mich passend zum Marathontraining. Ich habe auch schon mal einige Zeit Kalorien gezählt so dass ich weiß wieviel ich essen kann und wieviel ich wirklich gegessen habe. Ich denke jeder sollte das mal für mindestens eine Woche gemacht haben. Ich habe das für 14 Wochen getan, somit kenne ich jetzt die Nährwerte und die richtigen Portionsgrößen für die meisten Sachen. Man lernt dabei sehr viel aber für den rest meines Lebens würde ich das nicht machen wollen. Es ist gut wenn man über die richtigen Mengen und die Nährstoffzusammensetzung für optimale Ergebnisse im Training und für die eigenen Ziele. Für das Marathon-Training, nachdem ich Kohlenhydrathe weitestgehend vermieden habe in den letzen Jahren, fand ich es schwierig die richtige Menge an Kohlenhydrathen zu essen um genug Energie zuhaben. Ich habe es jetzt raus, aber es hat etwas gedauert.

Ich war mental und physisch erschöpft – Mark

Frage:
Gab es während eurer Transformation auch Rückschläge? Warst du jemals kurz davor aufzugeben und wenn ja, was hat dir über diesen Punkt hinweggeholfen?


Ian:
Gib niemals auf! Es gab nicht einen Moment in dem ich damit aufhören wollte. Vom ersten Tag an war ich mit 100% dabei und ich wusste, mit dieser Einstellung würde ich nicht aufgeben.
Ich habe mich hier und da wahrscheinlich trotzdem noch ein bisschen zu oft gehen lassen, An Weihnachten oder in lauen Sommernächten aber ich bin trotzdem immer Fokusiert geblieben.
Ich habe mit einer gesunden Balance von Vergnügen und Clean Eating/Drinking hinbekommen. Jeder muss mal Dampf ablassen und ich habe nicht vor damit aufzuhören das Leben zu genießen nur weil ich mittlerweile echt abhängig geworden bin mich großartig zu fühlen und besser auszusehen als zuvor. Wenn es mal einen Tiefpunkt gibt dann schaue ich mir mein Vorher-Bild an und das ich dann genug um mir einen Tritt in den Arsch zu geben um wieder ingang zu kommen.

Mark:
Für mich dauerte die Transformation viel länger als 15 Wochen (Anmerkung: Freeletics Coach dauert 15 Wochen)
Es war eher ein kontinuierlicher Prozess seit Januar 2014. Ich begann Freeletics im September 2014 und habe meine Hellweek in der Weihnachtswoche abgeschlossen.
Nur an Weihnachten hatte ich einen Tag Frei und am Heiligen Abend habe ich sogar einen 1000 Pushups Challenge in 42 Minuten absolviert. Ich fühlte mich stark und bereit die Welt zu übernehmen. Aber man will natürlich mehr. Man erreicht seine Ziele und setzt sich dann neue, das ist wichtig. Dann erreicht man diese und hat dann keine Ziele mehr. Das ist mit in Woche 30 passiert. Da habe ich mich dann ein bisschen Verloren gefühlt, ich brauchte neue Herrausforderungen und entschied , dass ich mich auf Krafttraining konzentieren würde. Ich kaufte mir eine Gewichtsweste und benutzte diese bei meinen Workouts. Ich ging auch noch weitere Challenges ein und in Woche 40 war es alles zu viel. Ich brauchte eine Pause. Ich war mental und physisch erschöpft und habe mir im Sommer 2015 eine Pause gegönnt. Ich hätte aber zumindest ein bisschen weitertrainieren sollen, 25 % des Umfanges zumindest. Nach meiner Pause im September mit einer V02Max Challenge von Goliaz zu starten und einem 30k Hindernisslauf war ein echter Schock für mich und meinen Körper. Es fühlte sich an wie Woche 7, nicht wie Woche 41. Mein Bruder hat mir durch dieses Tief geholfen und ich denke ab jetzt werden wir uns gegenseitig helfen, nicht mehr den Fokus zu verlieren.

Gib niemals auf! – Ian

Frage:
Wie wichtig war es für euch das ganze als Brüder zu tun?

Ian:
Es ist der wichtigste Faktor! Mark ist meine Inspiration, meine wichtigste Konkurenz, mein Fels in der Brandung.
Es gab viele Momente in den letzten 15 Wochen in denen unsere Gedanken einfach nicht gut waren und ich denke ohne einander wären wir jetzt nicht wo wir sind. Sicherlich hätten wir trotzdem trainiert, aber so hat es mehr Spass gemacht, wir hatten einander um uns abzureagieren, uns zu beraten und um uns dadurch zu helfen. Mark ist nicht nur mein Bruder, sondern mein bester Freund. Das Training macht Spaß, wir haben so oft gelacht dabei, anders als wenn man alleine sport macht. Es kann einsam sein wenn man alleine trainiert, aber mit deinem Bruder an deiner seite bei jedem Schritt glaubt man immer das es möglich ist, es wird Realität.

Mark:
Um diese Marathons zusammen durchzuziehen war es wichtig das wir wirklich gut zusammen trainieren. Wir ergänzen und gut und natürlich spielt auch die brüderliche Rivalität eine Rolle und tut uns gut.
Mein Bruder ist 7 Jahre jünger als ich, aber ich weigere mich zu glauben das mich das aufhält. Das alter ist nur eine Nummer und wie mein Bruder immer sagt: „Bau die eine Brücke und überquere sie“. Es ist großartig mich ihm zu trainieren, er ist ein echtes Tier.

Frage:
Was in eurem Leben hat sich geändert seitdem ihr so fantastisch ausseht? ;-)


Ian:
Stylische Klaotten kaufen, Klamotten die passen. Meine Kinder sagen jetzt: Papa war mal sehr dick, jetzt rennt er viel. Solche kleinen Dinge haben sich für mich geändert. Ich finde nicht das ich mich als Person besonders geändert habe. Manch einer sagt vielleicht ich bin Eitel aber ich mag es jetzt einfach stolz auf mein Aussehen zu sein. Es geht nicht um Aufmerksamkeit, es geht einfach darum das ich das Gefühl habe hart dafür gearbeitet zu haben wo ich jetzt bin und ich fühle mich wohl in meine Haut.

Mark:
Ich denke neben dem guten Aussehen und dem guten Fühlen hat sich meine Garderobe, meine Ernährungsgewohnheiten, mein alltägliches Leben und meine zeitlichen prioritäten geändert, meine Grundstimmung. Ich glaube alles ist jetzt möglich. Meine Sicht auf das Leben hat sich geändert. Ich will mein neues Leben und die Lebensqualität am liebsten umarmen. Das ist etwas das ich nie für Möglich gehalten habe und jetzt ist es soweit.
Wenn ich den Menschen zeigen könnte wie ich mich vorher gefühlt habe und ihnen dann zeigen könnte wie es mir nach einem Jahr ging als ich fitter war, die leute würden dieses Gefühl kaufen, wenn sie könnten. Es sind kleine Opfer die man bringt für dauerhafte Erungenschaften, wenn der Start nicht nur so schwer wäre. Man muss dazu bereit sein. Ich mag es groß zu Träumen, aber realistisch, arbeite bis aufs Blut und erreiche etwas lohnendes. Es wäre toll wenn ich andere dazu Inspirieren könnte ihr Leben zu ändern indem ich ihnen zeige das es möglich ist etwas zu ändern und nicht einfach aufzugeben weil es anstrengend ist. Ich will mich auch auf Events konzentrieren und weiter Geld sammeln und für Aufmerksamkeit sorgen für die Krebs Forschung, das wäre eine tolle Sache. 🙂

Sie war total von den Socken – Ian

Frage:
Könnt ihr uns eine kleine Anekdote erzählen als euch jemand nicht erkannt hat weil ihr euch so verändert habt?

Ian:
Ich bin Sänger und Entertainer und singe manchmal in einem Vergnügungspark. An diesem Ort hatte ich 18 Monate lang nicht gesungen und bin dort aufgetaucht um alles für den Auftritt vorzubereiten. Die Mitarbeiterin Sue kam zu mir rüber und fragte mich, warum Ian heute nicht singt und warum ich ausgewählt wurde ihn zu ersetzen. Es dauerte 25-30 Minuten um sie davon zu überzeugen das ich Ian Kenna war. Erst nachdem ich ihr Bilder gezeigt habe und ihr meine Geschichte erzählt hatte, glaubte sie mir. Es war einfach unbezahlbar und sie war total von den Socken. Ich muss den Menschen immer noch Photos zeigen damit sie mir glaube wer ich bin.

Mark:
So Verändert?
Ich denke knapp 40 Kilo ist nicht so viel, außerdem hatte ich die Kilos gut versteckt. Als ich aber anfing bessere Kleidung zu tragen, sagten mir Freunde und Familien wie gut ich jetzt aussehe. Als ich dann Vor und Nachher Bilder an Silvester 2015 gepostet hatte, erhielt ich so viele positive Kommentare und viele meine Freunde haben auch begonnen hart zu trainieren.
Sogar meine Mutter hat Gewicht verloren und einige Kleidergrößen verloren. Es ist großartig zu sehen, wenn andere auch mit einem Gesunden Lebensstil beginnen. Es ist eine ziemlich schmeichelnde Erfahrung.

Mark im letzten Sommer

Mark im letzten Sommer

Es ist eine ziemlich schmeichelnde Erfahrung – Mark

Frage:
Jetzt wo wir ein bisschen was über euren Weg und die Hindernisse auf diesem wissen, erzählt doch mal kurz ein bisschen was über euch und euer Leben. Wer seid ihr, woher kommt ihr und was macht ihr sonst so.



Carpe Diem – Ian

Ian:
Ich bin ein normaler Kerl der jeden Tag so lebt als wäre es der letzte. Carpe Diem, ist mein Lebensmotto. Auf meinem Weg habe ich gelernt mich wieder selbst zu mögen und mir sind die Menschen um mich herrum bewusst geworden, auf die es wirklich ankommt. Mir ist bewusst geworden was wirklich wichtig ist im Leben und was nicht. Ich lebe jetzt seit 6 Monaten in Swindon mit meiner Frau Verity und unseren 2 wunderschönen Töchtern Phoebe(5) und Daisy(2). Wir sind hierher gezogen, von Bristol um unsere Lebensqualität zu erhöhen. Für ein junge Familie ist es hier einfach passender. Für 9 Jahre habe ich in Schulen gearbeitet aber das hat mir keine Freude mehr bereitet. Meine Frau wollte wieder Arbeiten und somit haben wir entschieden, das ich ein Hausmann werde, somit habe ich jetzt die chance meine Kinder aufwachsen zu sehen. Nebenbei mache ich noch eine Ausbildung zum Personal Trainer, etwas das ich mit großer Leidenschaft mache und ich hoffe es dieses Jahr im Dezember abschließen zu können.
Meine Hobbies sind alles was mit Bewegung zu tun hat. Ich bin süchtig nach jeder Art von Sport und sobald die Kinder im Bett sind, gehe ich Laufen, mache Freeletics, gehe ins Gym, Fahre Rad oder plane meine nächste herausforderung.
Ich habe viele böse Geister bekämpft in den letzten 15 Jahre. Ich musste mit vielen Sachen klarkommen und bin ja auch erst 36 Jahre alt. Eine gescheiterte Ehe, die Schmerzen und der Ärger einer kaputen Beziehung. Eine hässliche Trennung und der andauernde Kampf meine beiden Kinder aus erster Ehe zu sehen
All das hat mich zu dem gemacht was ich heute bin und hoffentlich bin ich weiterhin in der Lage jeden Tag aus den Fehlern die ich mache zu Lernen. Bereue ich irgendetwas? Nein. ich glaube nicht ans bereuhen.
Diese Dinge sind passiert und ich habe die Entscheidungen getroffen die erlaubt haben das sie passiert sind. Ich muss mit den Konsequenzen klarkommen und sicherstellen das ich in zukunft die richtigen Entscheidungen treffe um weiterzukommen und meine Familie ein glückliches Leben zu ermöglichen.

Ian heute

Ian heute

Mark:
Mein Name ist Mark Kenna, ich bin 43 Jahre alt und lebe in Swindon in England mit meiner Frau Lisa und wir haben 3 Kinder, Lucia ist 14, Naomi ist 12 und Jay ist 10. Ich besitze eine Filmfirma die sich auf Horrorfilme spezialisiert hat und ich bin ein Filmproduzent.
www.badbloodfilms.com
Gerade trommle ich das Geld zusammen für einen britischen Horrorfilm Facility 31.
www.facility31movie.com und ich hoffe im Sommer mit der Produktion zu beginnen. Ich bin auch ein Soundberater für Filme und arbeite für skandinavische Filmstudios. In Norwegen und Estland unterrichte ich in Filmton Klassen. Ich habe 12 Jahre lang für die die Dolbe Laboratories gearbeitet, bevor ich mich selbstständig gemacht habe. Für meine komplette Biografie:
filmsoundconsultant.com and www.imdb.me/markkenna

Mark Kenna war der Unterschied – Ian

Letze Frage:
Was hat am Ende den Ausschlage gegeben das du diesmal erfolgreich gewesen bist abzunehmen und so fit zu werden. Was war der Unterschied, was war der Schlüssel zum Erfolg?


Ian:
Mark Kenna war der Unterschied. Dieser Kerl hat mich auf jedem Schritt begleitet und begleitet mich weiterhin jeden Tag. Ich schulde diesem Mann mein Leben und danke ihm dafür mir eine Lebensqualität zu ermöglichen die ich und meine Familie genießen können.

(Ian sucht gerade einen Sponsor für die Teilnahme am New York Marathon, bei Interesse einfach bei ihm melden. https://www.facebook.com/ian.kenna)

…dir wird niemals ein neuer Tag versprochen – Mark

Mark:
Ich denke der Schlüssel dieses mal war das der Abnehmprozess langsam und gleichmässig war. Es war ein nachhaltig geänderter Lebensstil, nicht nur eine Diät und nicht nicht nur für ein bestimmtes Ereigniss wie eine Hochzeit. Es geht immer um diese Balance oder wie mein Zehnjähriger sagen würde: YOLO. You only live once, oder wie mein Bruder sagen würde, „Capre Diem – Genieße den Tag“
„FÜr jeden Tag den du auf der Erde bist, für jede Minute die du hast, geht es immer darum nicht weniger zu tun als genau das wofür du bestimmt bist und jeden Tag jeden letzten Tropfen aus dem Leben zu quetschen, egal welchen Schwierigkeiten und Hindernisse man begegnet (…) dir wird niemals ein neuer Tag versprochen. “ (Ryan Tedder)

Dennis: Vielen Dank für das Interview Mark und Ian und gute Beine für eure Marathons und was da noch so kommt. Ich schulde Euch was!

*UPDATE:

Mittlerweile sind Mark und Ian gemeinsam den Marathon in Brighton und in London gelaufen. Sie haben ihr erstes Spendenziel erreicht und wollen nun 10000 Pfund sammeln. Am 16. und 17. Juli werden sie ihren ersten Ultramarathon laufen, beim Race to the Stones, insgesamt 100km! Viel Erfolg euch beiden

 

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Youtube-Video über ihr Marathon Training:

*Mark und Ian haben die Fragen dieses Interviews getrennt voneinander in Englisch beantwortet. Die Antworten wurde vom Autoren des Interviews, Dennis Holzberg, übersetzt und gekürzt.

Hallo, ich bin Dennis. Ich mache hier so ziemlich alles auf dieser Seite, Schreiben, Fotografieren, Bloggen, Administrieren und auf Kommentare antworten. Mehr über mich gibts auf der ganzen Seite verteilt. Viele Grüße, Dennis

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