6 Lebensmittelkennzeichnungen, die wirklich überhaupt nichts bedeuten!

6 Lebensmittelkennzeichnungen, die wirklich überhaupt nichts bedeuten!

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6 Lebensmittelkennzeichnungen, die wirklich überhaupt nichts bedeuten!

Jeder hat das wahrscheinlich schon mal erlebt. Vorne auf der Packung wirkt so ein Lebensmittel im Supermarkt ganz fantastisch. Dreht man die Verpackung um, wird einem aber ganz and ...

Jeder hat das wahrscheinlich schon mal erlebt. Vorne auf der Packung wirkt so ein Lebensmittel im Supermarkt ganz fantastisch. Dreht man die Verpackung um, wird einem aber ganz anders.
Deshalb habe ich diese kleine Liste zusammengetragen!

Selten bekommt man im Internet wirklich das, was drauf steht. Das Katzenbaby, dass sich von einer Gurke erschrecken lässt, hat mein Leben nicht für immer verändert. Trotz vieler kostenloser E-Books bin ich immer noch nicht Steinreich und trotz 3 mal wöchentlich 20 Minuten Sport sehe ich immer noch nicht aus wie Arnie.
Bei Lebensmitteln ist das eigentlich genauso. Da sind dann hübsche Bilder von tollen Zutaten drauf. Was noch so alles enthalten ist, wird nach hinten auf die Packung verschoben. Vorne steht dann natürlich sowas wie 100% natürlich oder „ohne Zusatzstoffe“. Hinten liest sich das dann aber doch alles wie die Zutatenliste eines Chemiebaukastens. In diesem Artikel habe ich einige der bedeutungslosesten Lebensmittelkennzeichnungen für Euch zusammengefasst und ein bisschen erklärt.

1. 100% Natürlich

Meiner Meinung nach ist das die Königin der Bedeutungslosigkeiten.
Hiervon gibt es auch einige interessante Variationen, wie z.B. „nur natürliche Zutaten“ oder „100% natürlicher Geschmack“. Alles das bedeutet im Grunde das gleiche, und zwar nichts. Gesetzliche Vorschriften für diese Kennzeichnungen gibt es meines Wissens nach nicht. Es ist aber auch nicht erlaubt auf Verpackungen zu lügen. Das tun natürlich auch die aller wenigsten Lebensmittelproduzenten. „Natürlich“ bedeutet dann im Grunde genommen auch nicht, dass man unberührte Natur in der Packung hat. Es bedeutet nur, dass die hier enthaltenen Zutaten entfernt etwas mit der Natur zu tun haben. Im Labor gezüchteten Bakterien die aus Stärke ein Verdickungsmittel machen, sind ja auch irgendwie Natur.
Irgendwie.
Das ist natürlich schade für die Hersteller von Produkten, die wirklich mit naturbelassenen Zutaten auskommen. Sowas wie Supernatürlich gibt es dann ja aber auch nicht. Auf der anderen Seite ist es aber auch so, dass es ohne viele spezielle Inhaltsstoffe viele Produkte gar nicht im Supermarkt geben würde. Fruchtjoghurt z.B. würde ohne all die Stabilisatoren, Farbstoffe und Aromen nach einem einzigen Tag bereits ziemlich ekelhaft aussehen und müsste quasi fast täglich ausgetauscht werden im Kühlregal.

2. Ohne geschmacksverstärkende Zusatzstoffe

Der Geschmacksverstärker Glutamat ist mittlerweile so verschrien, der wird oftmals nur noch in Produkten verwendet, von denen jeder weiß, dass sie nicht unbedingt zu den gesündesten Lebensmitteln zählen. Oder in Restaurants, da interessiert es die Leute eigentlich auch nicht, welche kleinen Zahlen hinter ihrem Essen in der Karte stehen. Auf vielen Fertiggerichten ist heute so ein hübscher grüner Schriftzug “ohne Geschmacksverstärker“ oder auch „ohne geschmacksverstärkende Zusatzstoffe“ mit einem kleinen grünen Haken dazu. Das ist für das sogenannte „Clean Labeling“ wichtig. Solche Produkte verkaufen sich einfach besser.
Reines Glutamat ist in solchen Produkten natürlich nicht enthalten, das wäre ja Betrug, aber das ist auch gar nicht nötig. Schließlich gibt es mit hydrolysierten Pflanzenproteinen oder auch Hefeextrakten einige natürlich anmutende Ersatzprodukte, die nicht als Zusatzstoffe gelten, sondern als Zutaten. So ein Hefeextrakt ist auch gleich viel praktischer, können die Hefen doch mittlerweile so gezüchtet werden, dass damit quasi jeder Fleischgeschmack imitiert werden kann. Glutamat oder etwas ähnliches ist da natürlich auch enthalten, von „Natur“ aus. Man könnte noch so viel über Glutamat und co. sagen. Ob das wirklich ungesund ist, können und müssen aber andere beurteilen. Die Australier essen reines Hefeextrakt als Vegimite schon seit Jahrzehnten zum Frühstück und das letzte Mal als ich geschaut habe, ging es den Australiern glaube ich auch nicht schlechter als allen anderen.
Mich persönlich stört daran, dass der Geschmack in einem Produkt nicht aus den eigentlich erwarteten Zutaten stammt und damit eine Qualität suggeriert wird, die nicht vorhanden ist. Auch die Lebensmittelproduzenten merken, dass es immer mehr Menschen gibt, die so etwas nicht essen wollen und es gibt tatsächlich immer mehr Produkte die ohne solche Zutaten auskommen. Auf der anderen Seite kann man aber auch nicht erwarten, dass bei einer 1 Kilo Lasagne für 2,99 der gute Geschmack aus tollen reifen Tomaten und Spitzenhackfleisch vom Hochland Weiderind kommt. Da bekommt man dann das, was man erwarten kann und was man bezahlt.

3. Aus lokaler Landwirtschaft

Über diese Bezeichnung musste ich neulich sehr lachen. Gelesen habe ich das auf einer Packung Chiasamen von einer neuen Produktlinie eines bekannten deutschen Onlineshops für Fitnessprodukte und Nahrungsergänzungsmittel. Diese Chiasamen stammen aus Bolivien und zwar aus lokaler Landwirtschaft. Ich habe wirklich laut gelacht. Was soll den das bitte sein? In welchem Fall ist denn eine Landwirtschaft nicht lokal, so dass das extra betont werden muss? Vor allem bei einem Produkt das aus genau einer Zutat besteht. Sicher, da gibt es natürlich Produkte in denen die gleiche Zutat aus verschiedenen Ländern in einer Packung stammt. Bei Honig aus EU und nicht-EU Ländern kann das schon mal so sein, das da viele verschiedene Sorten zusammengekippt werden. Das steht dann aber auch auf der Packung. Aber was soll das bei Chia Samen aus Bolivien bedeuten? Das verbuche ich unter dem Motto, klingt hübsch, bedeutet rein gar nichts. Vor allem weil auf der Packung nicht mal garantiert wurde, dass die Samen in einer Packung von nur einer Farm stammen, da stand nur „lokale Landwirtschaft“. Aus wievielen verschiedenen lokalen Farmen die Chias in einer Packung zusammenfügt wurden, stand da nicht. Für wie doof manche Marketingabteilungen die Menschen halten, stand da auch nicht,  ist aber schon wirklich witzig oder auch traurig, je nachdem worüber man so lachen kann. Hier könnt ihr euch überzeugen: http://www.hej-nutrition.de/sortiment#chia

4. Mit der Süße aus Früchten

Auf Kinderquarks und auf vielen Produkten mit gesunden Image findet man mittlerweile diesen oder einen ähnlichen Aufdruck. Im Grunde stimmt der Aufdruck auch, der enthaltene Zucker stammt dann tatsächlich aus Früchten. Von der ursprünglichen Frucht ist dann aber nicht mehr viel enthalten, außer eben dem Zucker. Das ist natürlich weder wirklich besser oder schlechter als anderer Zucker.  Durch den erhöhten Fructose-Gehalt halten da mache sogar für noch ungesünder. Die Süße auf Früchten klingt aber natürlich gesünder. In manchen Fällen handelt es sich zwar um „Fruchtzucker“, also Fructose, aber dieser wird dann aufwendig aus Mais gewonnen, anstatt aus Obst.

5. Ohne Konservierungsmittel

Die Liste der in Europa zugelassenen Konservierungsmittel mit zugehöriger E-Nummer ist lang. Einige von Ihnen haben anmutende Namen von chemischer Schönheit, viele gehören zu den Nitraten und Nitriten aber auch eine so schön klingende Zutat wie die Apfelsäure gehört dazu. Viele von Ihnen haben eine nicht unerhebliche Bedeutung für die Lebensmittelsicherheit und sorgen dafür, dass es einige Lebensmittel überhaupt erst gibtl. Viele Wurstwaren zum Beispiel gäbe es ohne solche Inhaltsstoffe nicht, oder sie wären zumindest ziemlich grau anmutend. In einigen anderen Lebensmitteln will man für das „Clean Labeling“ aber auf kennzeichnungspflichtige Konservierungsmittel verzichten. Dafür gibt es natürlich glücklicherweise auch Zutaten die eine konservierende Wirkung haben, die man nicht als Konservierungsmittel kennzeichnen muss. Zucker zum Beispiel, Salz oder Citronensäure, die oft aus Mais gewonnen wird.

6. Mit neuer Rezeptur

Auf Fertiggerichten und vielen Produkten ließt man oft so etwas wie „mit verbesserter Rezeptur“. Das soll dann aufzeigen, dass sich was geändert hat. Bei Coca Cola ist das schon mal ganz schön schief gegangen. Den McChicken gibt es ja auch wieder in der klassischen Variante. Meistens ist die Produktoptimierung der Grund. Dabei soll das Produkt meisten nicht nur besser, sondern auch günstiger werden. Eine bekannte Nudelsaucenfirma hat z.B. einmal Zitronensaft durch Citronensaure ersetzt, gemerkt hätte das wahrscheinlich niemand. Der Unterschied hier ist allerdings das man für Citronensäure keine Zitronen braucht und diese günstiger herzustellen ist. Vorne stand dann natürlich „mit verbesserter Rezeptur“ drauf. Wirklich besser ist aber eigentlich gar nichts geworden, nur irgendwie anders. „Irgendwie anders“ klingt dann aber vorne auf der Packung nicht so gut.
Das war sie, die gar nicht so ultimative Liste der Lebensmittelkennzeichnungen die wirklich überhaupt nichts bedeuten. Gibt es eine Kennzeichnung, ein Aufdruck oder eine Werbeanzeige für Lebensmittel über die Ihr schon mal lachen musstet? Immer her damit in den Kommentaren.

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Kommentare ( 6 )

  1. ReplyAlex
    Die Engländer haben auch Marmeid, auch Hefenextrakt. Sehr salzig aber auch lecker. Voll mit B-vitaminen , sehr gut als Brotaufstrich zum Frühstück. Hast alles sehr schön beschrieben. Letztendlich ist alles Marketing und Geldmacherei.
    • ReplyDennis Holzberg
      Danke Alex! Ich habe das auch mal probiert, konnte dem nix abgewinnen. Dann lieber nen alten Käse😂 oder Bacon.
  2. ReplyElfri
    Du hast die Angabe "Bio" vergessen, vor allem wenn man bemüht ist keine Kohlenhydrate zu sich zu nehmen, sollte man auch bei Bioprodukten die Inhaltsangaben lesen!
    • ReplyDennis Holzberg
      Hallo Elfr, danke für deinen Hinweis. Ich denke, wer keine Kohlenhydrate essen möchte muss bei verpackten Produkten immer die Inhaltsangabe lesen. Bio bezieht sind ja nur auf die Herstellung der Zutaten, nicht aber auf die Zusammensetzung. Du hast aber natürlich recht, nicht alles was Bio ist, ist gesund, oder unbedingt ökologisch sinnvoll.
  3. ReplyTatütata
    Bei Kosmetika auch sehr gerne verwendet wir "Von Dermatologen getestet". Das ist ja alles sehr schön, dass das Produkt getestet wurde, nur wäre das Ergebnis irgendwie auch interessant...
    • ReplyDennis Holzberg
      Ja das ist auch den sehr schönes Beispiel!! Danke für den Kommentar!

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