Halb so geil und doppelt so teuer – die schlimmsten Lebensmittelimitate.

Halb so geil und doppelt so teuer – die schlimmsten Lebensmittelimitate.

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Halb so geil und doppelt so teuer – die schlimmsten Lebensmittelimitate.

Heute geht es mal wieder um Ernährung. Aber nicht um Kalorien. Auch nicht ums Abnehmen oder Nährstoffanalysen. Gesundheitliche Aspekte braucht ihr hier heute auch nicht erwarten. H ...

Heute geht es mal wieder um Ernährung. Aber nicht um Kalorien. Auch nicht ums Abnehmen oder Nährstoffanalysen. Gesundheitliche Aspekte braucht ihr hier heute auch nicht erwarten. Heute geht es um Nachbauten.

Es geht darum, wie man aus allerlei verschiedensten Zutaten etwas zusammen bastelt, dass einem anderen Nahrungsmittel ähnelt, welches man aus verschiedensten Gründen so nicht essen kann oder will.

Erstes Beispiel: „Ich bin Veganer und baue mir eine Wurst“

Diese besteht dann aus Sojaeiweiß, Saitan(Gluten), Hefeextrakt (Fleischgeschmack) und noch ein paar anderen Zutaten. Jeder der so eine Wurst mal gegessen hat, weiß das die nicht wirklich besser schmecken als eine richtige Wurst. Wirklich um den Geschmack geht es dabei glaube ich gar nicht, auch als Veganer will man halt mal was auf den Grill werfen, und nicht immer nur Gemüse essen. Ich selber finde die meisten solcher Würste und Fleischersatzprodukte ganz furchtbar und esse ja eh weder Soja noch Gluten aber ich kann gut verstehen, warum man als Veganer trotzdem immer mal wieder zu solchen Ersatzprodukten greift. So Sojahack im Chilli z.b. kann man eigentlich gar nicht von den meisten Chillis mit richtigem Hack unterscheiden. Ob das nun fürs Soja oder gegen das Hack spricht sei mal dahingestellt.

Ein weiteres Beispiel: „Ich lebe nach Paleo und möchte Nudeln essen“

Da gibt es die allseits beliebte Zucchini Nudel Variante, schmeckt ziemlich gut, allerdings sind die Zucchini Nudeln noch empfindlicher als richtige Nudeln was die perfekte Garzeit angeht. Für mich eine leckere Alternative, aber für einige sehr Strengen Paleoanhänger verpönt weil Zucchine ein Nachtschattengewächs ist. Und natürlich viel teurer als Nudeln aus Getreide. Es gibt noch so Konjak Nudeln, die esse ich aber nie wieder, das war ein sehr spezielles Verdauungserlebniss. Ich hätte vorher auf die Packung schauen sollen, wieviel man davon essen soll. Es gibt natürlich auch noch Glutenfreie Nudeln kunstvoll zusammengefügt mit allerlei Hilfszutaten oder spezielle Paleo-Nudeln. Dann wird es aber wieder richtig teuer. Der Vorteil für viele ist ja aber gerade, das Nudeln billig sind. Mein Favorit bleiben die Zucchini Nudeln, obwohl ich bald noch mal Algennudeln ausprobieren möchte.

Nächstes Beispiel: „Ich esse kein Brot und möchte Brot essen“

Es gibt natürlich schon eine Menge getreidefreie Brotvarianten zu erwerben, aber die meisten enthalten dann Soja oder gaaaanz viele Zusatzstoffe, damit das ganze  dann irgendwie nach Brot aussieht. Alles nicht Paleo. Glutenfrei allerdings meistens schon. Bisher ist es mir gelungen ein wirklich leckeres Knäckebrot ohne Getreide selber zu machen, so Kastenbrot ist immer nur so mittel geworden. Auch mit den gängigen Paleo-Backmischungen. Die meisten Eiweisbrot-Low-Carb-Brotimitate sind meistens entweder ein bisschen wie ein Schwamm oder wie ein Kuchen bei dem der Zucker vergessen wurde. Manchmal auch beides. Auf jeden Fall wenig brotig.  Auch hier ist es so, dass die Alternativen zusätzlich auch noch sehr sehr teuer sind und nunmal nicht mal halb so geil schmecken wie richtiges Brot. Es gibt so Knäckebrot aus Buchweißen, Blumenbrot genannt, das kaufe ich mir ab und zu, auch wenn es knapp 4 mal so teuer ist, wie das normale Knäcke. Ansonsten verzichte ich einfach komplett auf Brot und esse lieber andere Sachen, anstatt so mittelmäßige Wannabe-Brote runterzuwürgen. Ab und zu an Buffets, im Urlaub oder wenn mir mal danach ist, esse ich dann einfach ein richtiges Stück Brot. Aus weißem Mehl. Ruft die Paleopolizei.
Bei Hamburgern übrigens kann ich super auf Brot verzichten. Wer sich mal durch meinen Instagram-Feed kämpfen will, wird einige brotlose Burgervarianten finden. Nagut ich will nicht so sein, ich habe sie euch hier aufgelistet: Hier , Hier, Hier, Hier, Hier , Hier , Hier, Hier , Hier , Hier, Hier

Paleo Burger ohne Brot, Nachbauten

Paleo Burger ohne Brot

Die vorletzte Runde: „Wir sind Low Carber und möchten Kuchen“

Dann fällt ja schon mal alles mit Zucker weg, ob nun raffiniert oder einfach so enthalten. Allzuviel Milch geht auch nicht, ihr wisst schon, Lactose und so. Mehl, ob nun Vollkorn oder weiß, ist auch raus, egal wovon welchem Getreide. Bleiben sehr Balaststoffhaltige und fettige Mehle, wie z.B. Mandelmehl, Kokosmehl oder z.B. eben Leinsamen. Alle diese Mehle binden Wasser ganz gut. Leinsamen besonders. Aber keines dieser Mehle sorgt bei Erhitzen für einen gewissen Zusammenhalt, das Klebereiweiß fehlt. Auch der fehlende Zucker sorgt sonst für eine angenehme Struktur. Wir alle kennen ja so furchtbar mehligen Zitronenkuchen. Das passiert, wenn man zu wenig Mehl und zuviel Speisestärke nimmt. Die paar Eier machen den Kuchen auch nicht fest. So ein Tortenboden geht meistens noch ganz gut, alles schmeckt unter einer Buttercreme.

 

Kokostorte ohne Getreide

Kokostorte ohne Getreide

 

Aber normaler Kuchen gelingt selten wirkich gut. Nusskuchen geht meistens, allerdings wenn der Zucker durch Süsstoffe ersetzt wird, schmeckt es halt gleich schon mal ein bisschen scheiße.
Ich kann gar nicht genau sagen, welcher Süßstoff am schlimsten ist, aber ich glaube ich mag Stevia am wenigsten. Diesen Geschmack hat man noch ewig im Mund. Bei Paleo verwenden einige ja wenigstens noch Honig oder Ahornsirup oder Datteln, damit habe ich schon recht leckere Sachen gegessen. So ein Kilo Zucker gegen ein Kilo guten Honig gerechnet, ist aber schon wieder um ein vielfaches günstiger. Ich kann natürlich alle Kalorien aus einem Stück Kuchen raussubstituieren und dann eine Süßigkeit haben, die entfernt an einen Kuchen erinnert und dafür nicht dick macht, aber auch nicht glücklich. Ich habe mich damit abgefunden, dass ich nunmal nicht 4 Stücken Kuchen am Tag essen kann, ohne davon wieder zuzunehmen. Dann lieber ein – zwei mal im Monat ein richtig gutes Stück Kuchen, mit Zucker und Mehl und allem was dazu gehört, am besten selbst gemacht, als jeden Tag ein mittelmässiges Stück aus Ersatzstoffen. Gesund ist das Stück Kuchen dann vielleicht nicht, aber es macht glücklich. In manchem Slowfood Bäckereien gibt es mittlerweile auch schon richtig leckere Gluten und zuckerfreie Kuchen, die finde ich oft echt gut, und bei 3,50 für den großen Kaffee macht dann das Stück Kuchen auch nichts mehr für den Geldbeutel, im Gegensatz wenn man selber einen ganzen Kuchen backen müsste.

Fast geschafft: „Wir haben keine Muskeln und wollen welche mit Pfannkuchen essen bekommen“

Mit Abstand am schlimmsten finde ich das ganze Nachgebaue bei Pancakes, bzw. Pfannkuchen. Es gibt ganz viele Proteinpfannkuchenmixe. Die fallen bei Paleo aufgrund der vielen unaussprechlichen enthaltenen Zutaten schon mal weg. Es gibt die Pancake-Variante mit Buchweizen, Mandelmehl, Kokosmehl etc.. Bröselige Angelegenheit. Es gibt die Variante mit neutral schmeckendem Milcheiweiß und Mandelmehl. Die Reinkarnation des Bösen. Am schlimmsten finde ich persönlich diese bunten Riesentürme auf Instagram mit allerlei Farbstoff drin, da frage ich mich immer wer das alles essen soll und vor allem warum? Aber wenn jemand Spass daran hat, warum nicht, ich mache aus Spiegeleibraten ja auch eine Wissenschaft. Es gibt noch die Paleo-freundliche Pancake-Version Bananen mit Ei zu mixen. Schmeckt ok aber mehr eigentlich auch nicht. Als letztes  was mir gerade einfällt gibt es noch die Möglichkeit ab und zu auf alle eigenen Regeln zu scheißen und richtig gute Pancakes selber zu machen. Ohne Rezept, sondern nach Gefühl den Teig anrühren, mit bösem Mehl und vollfetter Milch. In Butter langsam gebraten und mit ordentlich Ahornsirup drauf und Obst belegt oder pikant. Lecker.
Eieromlette, ich meine die französiche Variante, ist natürlich auch super Paleo und lecker, aber doch noch irgendwie etwas anderes.

Pfannkuchen mit Schinken und Pilzen.

Pfannkuchen mit Schinken und Pilzen

Ich habe die meisten Nachbauten mehrfach und immer wieder ausprobiert, aber mittlerweile esse ich meistens leckere Sachen aus frischen guten und ganzen Zutaten, ohne ein Original im Hinterkopf. Das schmeckt dann meisten echt gut und ist viel preiswerter. Wenn ich dann wirklich mal unbedingt etwas „verbotenes“ essen möchte, dann tue ich es einfach, genieße es und mache mich nicht verrückt. So ein halbgeiler Nachbau ist dann doch einfach nichts im Vergleich zum Original und leider auch noch meistens doppelt so teuer.

 

Falls ihr Euch gefragt habt, was auf dem Beitragsbild ist, das sind die misslungensten Oopsies der Welt. Wenn Ihr wollt dann schreibt mir doch in die Kommentare was eure furchtbarsten Nachbauten waren, gerne mit Bild. Wenn Euch der Artikel gefällt, dann würde ich mich freuen wenn Ihr ihn auf Facebook und co. teilt.

Hallo, ich bin Dennis. Ich mache hier so ziemlich alles auf dieser Seite, Schreiben, Fotografieren, Bloggen, Administrieren und auf Kommentare antworten. Mehr über mich gibts auf der ganzen Seite verteilt. Viele Grüße, Dennis

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