Das Gin Tonic Paradoxon

Das Gin Tonic Paradoxon

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Das Gin Tonic Paradoxon

Gin Tonic - der Longdrink aus der Hölle Gin Tonic ist gerade gefühlt das In-Getränk schlecht hin. Eine astreine Trinkkultur hat sich da um den Wacholderschnaps mit Bitterbrause en ...

Gin Tonic – der Longdrink aus der Hölle

Gin Tonic ist gerade gefühlt das In-Getränk schlecht hin. Eine astreine Trinkkultur hat sich da um den Wacholderschnaps mit Bitterbrause entwickelt. Nicht nur teuren exotischen Gin aus aller Herren Länder gibt es zu kaufen, die Brause muss nun auch schon die richtige sein. Um das gleich klar zu stellen, da bin ich ein ziemlicher Banause. Ich bin eher so der Vodka-Trinker, so ein milder Korn geht auch, am besten in Fanta versteckt. (Ich trinke so selten härteren Alkohol, da kann es dann auch mal in Zuckerbrause sein) Ansonsten trinke ich lieber Wein. Gin dagegen mag ich gar nicht. Für mich schmeckt Gin in etwa so, wie wenn jemand Tannennadeln und Zapfen ausgepresst und den Saft zu Schnaps vergoren hat. Ja ich weiß, dass ist ein bisschen ignorant. Für mich schmeckt das aber einfach so ein bisschen Duftbaum-mässig. Tonic Water ist auch nicht so meins, ich mag es einfach nicht gerne bitter. Warum die Menschen sich z.B. ihren Prosecco mit Aperol versauen, habe ich auch noch nie verstanden. Ich habe mal irgendwo gelesen, dass es genetisch bedingt ist, ob man bittere Lebensmittel mag oder nicht. Mir jedenfalls fehlt dieses Gen offensichtlich.

Warum erzähle ich Euch das? Will ich den Leuten den Gin Tonic Genuss vermiesen?

Nein, das will ich nicht!

Wer gerne Gin Tonic trinkt und daran Freude hat: Immer runter damit! Wer sich wie ein Kleinkind über die neue Flasche Gin aus der Hamburger Hinterhof Destille freut, ich freue mich für dich mit.

Darum geht es mir nicht.

Das Gin Tonic Paradoxon

Eigentlich geht es mir gar nicht um den Longdrink, sondern um ein Verhalten der Gin Tonic Trinker und gleichzeitig meine ziemlich miese Reaktion darauf. Wie ich ja schon sagte, mag ich keinen Gin, kein Tonic und zusammen mag ich beides noch viel weniger. Trotzdem wird mir immer wieder Gin-Tonic angeboten, ist ja modern. Kann man mir ja auch nicht ansehen. Das ist an sich ja auch kein Problem. Wer bekommt nicht gerne einen guten Drink angeboten. Das Paradoxon ist die Hartnäckigkeit mit der die Gin-Tonic Trinker immer wieder versuchen mich zu einem Gin Tonic Trinker missionieren zu wollen und meine aufkeimende Feindseligkeit ihnen gegenüber. Hä? Im letzten Jahr ist es mir bestimmt 5 mal passiert, dass ich irgendwann ein Glas Gin Tonic vor mir stehen hatte, obwohl ich gar keins wollte. Noch viel öfter wurde mir Gin Tonic angeboten, fast immer habe ich es geschafft abzulehnen. Ich glaube kein einziges mal aber habe ich aber dabei nicht erwähnt, wie furchtbar ich doch Gin Tonic finde. Aus Höflichkeit habe ich es meistens dann doch runtergewürgt, mich aber beim Ablästern über das Getränk gleichzeitig ziemlich unbeliebt gemacht. Ich hätte es natürlich auch stehen lassen können, das wäre aber ja Lebensmittelverschwendung gewesen, und die mag ich noch weniger als Gin Tonic.

Probier doch mal, der hier ist wirklich ganz mild.

Ich will noch mal betonen, dass ich wirklich gar nichts dagegen habe, wenn jemand gerne Gin Tonic trinkt.

Was meine ich denn jetzt genau mit dem Gin-Tonic Paradoxon? Damit meine ich das Verhalten, dass wir Menschen an den Tag legen, wenn uns etwas wirklich gut gefällt. Ich hätte es auch das Whiskey-Phänomen oder das Läuferproblem nennen können. Whiskey mag ich übrigens auch nicht. Wenn du mir also mal einen Whiskey aufschwatzt, dann muss du damit rechnen das ich den irgendwann unbemerkt in meine Cola kippe, egal wie gut er war. Laufen mag ich aber sehr. Wenn uns etwas gut gefällt, dann machen wir gerne und oft übertrieben dafür Werbung. Gefällt uns aber etwas nicht oder kennen wir etwas nicht, dass an uns rangetragen wird, reagieren wir oft sofort ablehnend. Wir müssen dann sofort betonen, was wir denn so furchtbar daran finden. Also ich ertappe mich dabei zumindest oft.

Wie du mir so ich dir?

Ich habe mich selber schon öfter dabei ertappt, wie ich anderen Menschen versucht habe das Laufen näher zubringen. Dabei bekommt man dann meistens erstmal so eine Antwort wie „Ich kann nicht laufen gehen, die Gelenke“ oder auch
„Das habe ich schon mal versucht, dass war ja gar nichts für mich“ oder noch schöner „Laufen, dass ist mir zu Langweilig“.
Alles drei aus meiner persönlichen Perspektive ziemlich dumme Gründe nicht Laufen zu gehen, aber natürlich vollkommen valide Gründe aus der Sicht eines Anderen. Wer nicht Laufen gehen will, keinen Gin Tonic, Whiskey oder staubtrockenen Rotwein trinken mag, der muss ja nicht. Warum können wir es dann fast alle nicht lassen, ständig zu missionieren? Warum ist das Gespräch nicht beendet nach dem die Fronten eigentlich geklärt sind. Wieso sind wir oftmals so hartnäckig, wenn wir versuchen Anderen von unseren Vorlieben zu überzeugen und warum sind wir dann gleichzeitig oft so vehement dagegen, wenn wir etwas neues vorgeschlagen bekommen?

Als ich selber über die möglichen Gründe dafür nachgedacht habe, sind mir eigentlich nur Ego-Gründe eingefallen. Es ist doch Zeitverschwendung jemanden über Gebühr von den Dingen überzeugen zu wollen, nur weil sie einem selbst gefallen. Ein Aspekt dabei ist glaube ich immer, dass die Menschen die wir mögen und mit denen wir zu tun haben fast immer nur einen gewissen Teil von den Dingen gerne machen, die uns selber gefallen. Es ist ja auch einfach großartig jemanden von etwas zu überzeugen und sich dann gemeinsam über eine Sache zu freuen. Eine gute Freundin und noch dazu promovierte Sozial- und Organisationspädagogin hatte mit dieser Art Verhalten wie ich es beschrieben habe, im Gegensatz zu mir, eigentlich nur positive Assoziationen gehabt. Sie meinte, die Menschen wollen einem etwas Gutes tun. Sie selber erleben in einer Situation Glück und möchten das teilen. Wenn dem so ist, warum ist es dann oft so schwer, uns von Neuem überzeugen zu lassen. Will jeder immer nur Lehrer aber niemand gerne Schüler sein?

Offenheit statt Verschlossenheit

Darüber habe ich dann ein bisschen nachgedacht. Jemanden etwas aufzwingen zu wollen ist meiner Meinung nach unhöflich, jemanden aber etwas ganz Tolles zeigen zu wollen ist ja eigentlich total nett. Etwas zu teilen, was ich selber liebe ist doch etwas Positives. Im Zweifel für das Positive, dachte ich mir. Vielleicht bin ich ja auch ein bisschen das Problem. Anstatt immer wieder abzulehnen und dann doch mit einem Gin Tonic zu enden, sollte ich vielleicht direkt zum Gegenschlag ausholen und das nächste mal nen astreinen westfälischen Korn mitbringen und gegenmissionieren, aber ohne dabei Gin Tonic schlecht zu machen. Einen Gin für einen Korn. Eine Session im Fitnessstudio gegen eine Runde Laufen. Einen Hindernislauf für eine Bergwanderung, einmal Lasertag spielen für einmal Poetry Slam anschauen. Sollten wir vielleicht alle viel mehr über die Dinge sprechen die wir gut finden und über die Dinge die uns nicht so gefallen einfach mal das Maul halten? Über Nazis sollte man natürlich immer herziehen, so etwas meine ich nicht. Ich meine die Dinge die wir nur aus geschmacklichen Gründen ablehnen.

Wenn ich so überlege, wie oft im Leben ich schon riesigen Spass hatte bei Dingen, auf die ich im vorhinein keine Lust hatte, wie viel Spaß ist mir durch das Rummäkeln an fremden Ideen wohl entgangen? Schnell lehnen wir die Dinge ab, für die andere Begeisterung zeigen, oftmals auch, weil es nicht unsere eigene Idee war. Sollten wir es nicht einfach feiern, wenn jemand was gefunden hat, das ihm oder ihr Freude bereitet. Ich glaube selber missionieren und missionieren lassen anstatt den Mund halten und zu Schmollen ist hier der richtige Weg. Sich daran immer zu halten, ist aber glaube ich verdammt schwer. Für mich ungefähr so schwer wie mit dem Klugscheißen aufzuhören (hier ist der Post dazu). Wahrscheinlich muss man dann auch mal die ein oder andere Kröte schlucken, aber ist es das nicht Wert? Begeisterung zeigen für die Dinge die man mag aber eben keine Abneigung zu zelebrieren für die Dinge die einem nicht so gefallen klingt gut für mich. Das gilt natürlich nicht nur für Gin Tonic, sondern eigentlich für alle Bereiche des Lebens. Vielleicht gibt es ja auch eine Kombination von Gin und Tonic die mir schmeckt, aber wie viele Kröten muss ich noch schlucken, bis ich die finde? Ihr Gin Tonic Experten da draußen, gibt es da was mit Orange?

 

Wenn du Gin Tonic liebst, dann nenne mir doch deine Lieblingskombination von Gin und Tonic in den Kommentaren oder auf meiner Facebook Seite. Ich verspreche, alles zu tun, in diesem Jahr noch alle genannten Kombinationen zu probieren!

Wenn dir der Beitrag gefallen hat, wäre es toll du würdest das auf die ein oder andere Art und Weise zeigen.
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Vielen Dank für Lesen!

Hallo, ich bin Dennis. Ich mache hier so ziemlich alles auf dieser Seite, Schreiben, Fotografieren, Bloggen, Administrieren und auf Kommentare antworten. Mehr über mich gibts auf der ganzen Seite verteilt. Viele Grüße, Dennis

Kommentare ( 9 )

  1. ReplyInga
    Lol - ich trinke meinen Gin am liebsten mit Bitter Lemon, denn das mag ich auch pur sehr gerne 😂😂😂
  2. ReplyAlex
    Ich mag kein Gin ! und je mehr designer flaschen sehe, und mehr leute sehe die so begeistert davon sind, was dieses Gin enthält, und was das andere, desto mehr hasse ich dieses Getränk. Für mich sind alle gleich im Geschmack - genau so wie beim Whiskey / Scotch. Alle brennen, alle machen dich dumm. und mir wurde gesagt, da sind medizin kräuter drinne. Quatsch ! also ich habe keine Lieblingskombi. Ah und tonic water ist auch so ein Scheiss. Aber es ist sehr hipster heutzutage eine Designer Flasche, oder 3-4 zu haben, und natürlich an allen die zu präsentieren. und man muss unbedingt auch die Geschichte der gewissen Flasche kennen. Ah, dont get me started on that ! Wenn ich mich betrinken will, es ist mir so was von egal, wie die Flasche aussieht.
  3. ReplyAlex
    Ich mag kein Gin ! und je mehr designer flaschen sehe, und mehr leute sehe die so begeistert davon sind, was dieses Gin enthält, und was das andere, desto mehr hasse ich dieses Getränk. Für mich sind alle gleich im Geschmack - genau so wie beim Whiskey / Scotch. Alle brennen, alle machen dich dumm. und mir wurde gesagt, da sind medizin kräuter drinne. Quatsch ! also ich habe keine Lieblingskombi. Ah und tonic water ist auch so ein Scheiss. Aber es ist sehr hipster heutzutage eine Designer Flasche, oder 3-4 zu haben, und natürlich an allen die zu präsentieren. und man muss unbedingt auch die Geschichte der gewissen Flasche kennen. Ah, dont get me started on that ! Wenn ich mich betrinken will, es ist mir so was von egal, wie die Flasche aussieht.
    • ReplyDennis Holzberg
      Sehr deutlich! 😂😂😂 ich bin da ja auch nicht hinterher. Vielen geht es glaube ich aber auch nicht nur ums Betrinken. Klar ist auch eine ordentliche Portion Status dabei. Wenn man es nicht mag ist es glaube ich einfach schwierig das Nachzuvollziehen. Für viele schmeckt Wein immer gleich, da würde ich dann protestieren😂!
  4. ReplyMino
    Tanqueray - Ten mit zwei Eiswürfeln in ein Glas geben. Drei dünne Scheiben Salatgurke dazu. Einen Schuss Fever Tree Indian Tonic Water dazugeben. Nicht zu viel! (ca. 50:50) Genießen Schöne Grüße Mino
  5. ReplySandra
    Meine beiden Lieblings Gin Sorten sind der Tanqueray Ten und der Tanqueray Rangpur. Jeweils 4cl ins Glas mit Eiswürfeln und als Tonic entweder das Fever-Tree Mediterranean Tonic Water oder das Indian Tonic von der selben Marke. Obst oder Gemüse brauche ich da nicht im Glas. Aber bei 4cl Gin braucht es schön 200ml Tonic. 50:50 Ist einfach zu stark. 😊

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