Von der Angst, die uns gemacht wird…

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Von der Angst, die uns gemacht wird…

Angst vor Allem Angst ist ein lähmendes Gefühl. Sie kann einen Menschen ganz und gar Handlungsunfähig machen oder aber fast undenkbare Handlungen vollbringen lassen. Frei von Angs ...

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Angst vor Allem

Angst ist ein lähmendes Gefühl. Sie kann einen Menschen ganz und gar Handlungsunfähig machen oder aber fast undenkbare Handlungen vollbringen lassen. Frei von Angst zu sein, dass gelingt glaube ich den wenigsten. Dem Rest von uns wird an fast jeder Stelle im Alltag Angst gemacht. Angst vor Fleisch, Getreide, Zucker und Milch sind dabei ganz hoch im Kurs. Der Mangel an Vitamin B12 ist quasi zur Paradeangst vor der veganen Lebensweise geworden und die Angst vor Gicht und Übersäuerung wird jedem Vielfleischfresser vorschnell ins Gesicht geschleudert, während das Steak noch nicht ganz zerkaut ist. Sitzen ist das neue Rauchen, die Wurst die neue Zigarette und Zucker ist das neue Kokain. Früher war Fett der Ursprung allen Übels, darauf folgten die Kohlenhydrate, Lactose, Fructose, Glucose und jede menge Hirnlose.

Hundewelpe

Hundewelpe (Pixabay)

Angst und Marketing

Unsere Ängste und Sorgen sind und waren immer schon das perfekte Ziel des Marketings. Ein Produkt zu kaufen, um meine Angst zu befriedigen, fühlt sich ja auch einfach gut an. Für die meisten unserer wirklichen Ängste funktioniert das allerdings nur sehr begrenzt. Einen Joghurt kann ich nicht mit Hilfe von Flugangst oder Platzangst verkaufen. Auch der schönste Schuh kann meine Höhenangst nicht heilen und selbst der leckerste Schokoriegel wird mir meine Prüfungsangst nicht nehmen. Trotzdem gibt es in der Werbung und auch auf Produktverpackungen immer wieder Angstmacherei. Insbesondere bei Lebensmitteln wird bei fast allem was es im Supermarkt zu kaufen gibt mittlerweile eine riesige Welle an angstauslösender Scheiße in die Waagschale geworfen. Essen kann man eigentlich gar nichts mehr ohne Aufschrei in der Ferne.

Angst ist scheiße

Ich habe keinen Bock mehr, dass einem ständig und überall Angst gemacht wird. Ich habe keine Lust mir überall ein schlechtes Gewissen einreden zu lassen. Ich will jetzt auch nicht gleichgültig werden. Ja, Massentierhaltung ist scheiße. Zu viel Zucker, der macht wohl irgendwann dick. Morgens und Abends Brot mit Wurst, und jeden Mittags Nudeln, Reis oder Kartoffeln im Übermaß, dass ist wohl auch nicht gerade ausgewogen und vitaminreich. Deshalb aber die Panikkeule schwingen, am besten noch mit Giftsymbolen und überzogenen Warnungen den Leuten ihr Frühstück madig machen,  das ist schändlich und widerwärtig. Leider gibt es genug Leute, die offensichtlich Dumm wie Brot oder einfach nur verzweifelt genug sind, dass sie den mit einfachsten manipulativen Tricks geschriebenen plakativen Ernährungsschmuh glauben. Wer Anderen Angst machen muss, um den eigenen Schrott unter die Leute zu bringen, hat meisten gar keine anderen Argumente um diesen Müll zu verkaufen. So ein Totenkopf auf der Scheibe Toast bringt halt mehr Käufer als eine lächelnde Tomate. Auf Pseudowissenschaft basierende Angstmacherei habe ich einfach keinen Bock mehr. Egal ob von einem Paleoanhänger, Veganer oder von wem auch immer die Angst verbreitet wird.

Pusteblume

Pusteblume (Pixabay)

Die lähmende Angst

Angst kann einen lähmen. Angst kann dafür sorgen, dass man Dinge, die man sich vorgenommen hat, nicht erreicht. Angst kann dafür sorgen, dass Situationen die eigentlich gar nicht schlimm sind, noch viel schlimmer werden, als sie sein müssten. Prüfungsangst hat schon so manchem klugen Kopf die schulische Laufbahn, die Abschlussprüfung oder das Studium versaut. Wir alle haben wahrscheinlich schon mehr als genug Angst im Leben. Zukunftsängste, Angst um die Kinder, Angst vor dem Alltag, dem Job, dem Spiegel… Jeder kann da wohl seine eigene Geschichte erzählen. Ich brauche dann nicht noch von einer Yoghurtwerbung Angst vor schlechter Verdauung bekommen. Am besten noch unter dem Deckmantel der Verbraucherinformation. Die gesunde Süße von Früchten suggeriert z.B. dann auch gleich die Angst vorm Zucker mit dazu.

Angst im Grinsebackendeckmantel

Nicht jede Marketingform stellt die Angst in den Vordergrund. Eine beliebte Masche ist es auch, Sorgenfreiheit und Unbeschwertheit zu suggerieren, nur um dann von hinten durch die Brust ins Auge doch noch so einen kleinen Angstschub mitzugeben. Die Instagram Grinsebacke kann sich z.B. ganz tapfer die Cellulite oder die Dehnungsstreifen am ansonsten tadellosen Arsch in die Kamera quetschen und dazu ein flammendes Plädoyer gegen die Angst vor dem eigenen Spiegelbild halten und im nächsten Bildchen die Low Carb Riegel und Fatburner gegen den Schwabbelarsch anpreisen, ohne dass ihr oder ihm dafür jemand selbigen versohlt*. Immer schön das ignorante Lächeln dabei nicht vergessen. Dann kommt die Angstmacherei nur so unterschwellig mit, natürlich ganz unverbindlich. Erst die Hoffnung auf ein bessere Leben wecken und dann die Angst vor XY schüren, da kann man die Verzweiflung so richtig schön in die gewollten Bahnen lenken. Das die meisten sich dabei nicht mal an die geltenden Gesetzte halten und die Werbung nicht kennzeichnen, ist noch ein ganz anderes Thema. Es geht mir nicht darum, das man sich nicht fit für den Strand machen oder keinen fettarmen Yoghurt essen soll, dass kann ja jeder machen wie er oder sie es mag. Wer keinen Zucker essen will, der sollte es lassen. Wer Gluten als die Reinkarnation des Teufels ansieht, der kann ja seinem Brot gern den Belzebub austreiben. Jetzt aber so zu tun, als hätte man die Welt von der Pest befreit, ist todesnervig.

Blumenwiese

Blumenwiese (Pixabay)

Das Spiel mit der Angst

Bei vielen Produkten und in der Werbung wird mit unseren Ängsten gespielt, dass Produktmarketing benutzt unsere Sorgen und bauscht diese noch auf, um uns noch teurere Produkte anzudrehen, die wir eigentlich nicht brauchen. Das klappt ganz fantastisch, besonders in der Fitness- und Sportbranche. Den Hardgainern wird teurer Müll zum Masseaufbau verkauft. Wer Abnehmen will, bekommt nutzlose Fatburner und die Veganer bekommen extrem überteuertes pflanzliches Protein oder aber geradezu unglaublich überteuertes Milchimitat aus Soja, Hafer oder Mandel. Die Glutengegner bekommen Chias und Quinoa als neues Superfood angedreht, und die Riegel aus Dateln und Cashews gibt es zum Kilopreis von 75 Euro, mal eben 800% teurer als die Rohstoffe in Ursprungsform. Was die Menschen bereit sind für glutenfreies Pseudomüsli zu zahlen, erwähne ich jetzt lieber nicht. Alle diese Produkte haben natürlich in ihrer Produktkategorie irgendwie auch ihre Berechtigung, werden aber gleich viel verkaufbarer durch die Extraportion Angst und unangebrachter Hoffnung, die so wunderbar mitschwingt bei einem kleinen Vegan- oder Glutenfrei-Stempel.

Angst ist allgegenwärtig

Es ist aber natürlich nicht nur bei Lebensmitteln oder Fitnessprodukten so. Zur Verkaufssteigerung greifen z.B. auch gerne Versicherungen in die Angstkiste. Politiker lieben das schüren von Ängsten um uns etwas unterzujubeln. Es ist erschreckend, wie oft mit Angst gearbeitet wird und wie leicht man sich eine neue Angst aneignen kann. Die meisten wirklichen Ängste sind aber unbegründet oder schlicht nicht durch Konsum zu entkräften. Von den richtigen Ängsten kann man sich nicht freikaufen. Kein Produkt der Welt kann einem die Angst vor der Zukunft nehmen. Kein Schmuckstück kann eine Beziehung wirklich retten und kein noch so tolles Produkt kann mir die Versagensangst nehmen. Kein Produkt macht einen Scheißjob besser oder wertet auf Dauer das eigene Selbstbild auf. Die direkte Folge von Angst ist oft Wut und Hass. Wer sich die Wahlerfolge der AFD anschaut, kann ganz beeindruckend sehen, was für ein riesiger Haufen Scheiße beim Zusammenspiel von Angst, Hass, Wut und Verzweiflung herauskommt. Das Hirn wird ausgeschaltet und das Mitgefühl muss dem Trotz weichen. Das alles geht mir echt auf die Nerven.

Vogelbabies

Vogelbabies (Pixabay)

Angst ist ungesund

Angst ist etwas sehr ungesundes, glaube ich. So healthy kann das Getränkepulver für den Nahrungsersatzshake gar nicht sein, dass er die schlechten Gefühle die uns dabei gleich mit angezüchtet werden, wieder aufwiegt. Wahrscheinlich stoße ich ein paar Leuten vor den Kopf, aber ich glaube wirklich dass ein schlechtes Gewissen und andauernde Angst vor Lebensmitteln viel ungesünder ist als z.B. ein Stück Kuchen. So ein Apfelkuchen, mit Genuss und ohne Reue gegessen, aus Weizenmehl, Zucker und mit einem riesigen Klecks Sahne, mag ja die Kalorienbilanz sprengen, aber die dabei ausgeschütteten Endorphine sind das glaube ich mehr als Wert. Von daher versuche ich auf meinem Blog so gut es geht ohne diese ganze Angstmacherei klarzukommen. Lesen dann zwar weniger Leute, aber mein Gewissen ist beruhigt. Das bedeutet ja nicht, das ich mir nur Müll in den Mund schiebe, aber selbst wenn, schlecht fühlen müsste ich mich dabei nicht!

Ich wünsche Euch allen eine unbeschwerte Woche, damit wir uns um die Ängste und Sorgen kümmern können, die wirklich wichtig sind.

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*Nur ein Scherz, niemand sollte natürlich geschlagen werden, jemals

Hallo, ich bin Dennis. Ich mache hier so ziemlich alles auf dieser Seite, Schreiben, Fotografieren, Bloggen, Administrieren und auf Kommentare antworten. Mehr über mich gibts auf der ganzen Seite verteilt. Viele Grüße, Dennis

Kommentare ( 4 )

  1. ReplyFräulein Zett
    Moin Dennis! Danke für diesen Blogpost, deinen Gedanken, die du hier verarbeitest, stimme ich größtenteils zu. Ich glaube eine chronische Angst ist auf jeden Fall ungesund, aber man darf auch nicht vergessen, dass das Gefühl der Angst auch ein instinktives Warnsignal ist und uns manchmal vor voreiligen Handlungen bewahrt. Die Marketingangst verteufle ich aber auch und weiß natürlich dass man hier unterscheiden muss. Viele Grüße und bis bald 😎 Fräulein Zett
    • ReplyDennis Holzberg
      Danke dir, da hast du vollkommen Recht! Es ging mir um die antrainierte suggerierte Angst, oft unbegründet. Die Angst vor wirklicher Gefahr kann natürlich durchaus hilfreich sein.
  2. ReplyCpt. Abgefahren
    Moin Dennis, der Post über die Angst ist klasse. Ich stimme dir da zu. Mit Angst lässt sich der Mensch besser unter Kontrolle halten. Als ich vor 10 Jahren durch Australien gereist von war ich viel im Outback und habe keine Nachrichten verfolgt, mir ging es in der Zeit sehr gut!!! Im Gegensatz zu früher allerdings können wir Weltgeschehen sofort mitbekommen (oder das was wir erfahren sollen) dank des Internet. Nachrichten empfinde ich als manipulativ und beängstigend. Mach weiter so. 👍 Cap. Abgefahren Von instagram bin übrigens neben bei erwähnt.
    • ReplyDennis Holzberg
      Danke dir! Ab und zu mal nix mitbekommen kann durchaus mal ganz erfrischend sein. Die Angst was zu verpassen, ist ja aber auch schon allgegenwärtig :-)

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