#wievor100 – Tag 1: 125g Palmin, Alibi-Birnen und Mixer Mogeleien

#wievor100 – Tag 1: 125g Palmin, Alibi-Birnen und Mixer Mogeleien

Teilen272

#wievor100 – Tag 1: 125g Palmin, Alibi-Birnen und Mixer Mogeleien

Eine verpasste Stunde ist nicht mehr aufzuholen! Nun geht es also los mein kleines August Experiment. Es war 22:41 am 31. Juli während ich diesen Text hier geschrieben habe und war ...

Eine verpasste Stunde ist nicht mehr aufzuholen!

Nun geht es also los mein kleines August Experiment. Es war 22:41 am 31. Juli während ich diesen Text hier geschrieben habe und war ganz schön müde. Ich habe für heute nur 1 einziges Gericht aus dem Kochbuch zubereitet und habe dafür 1,5 Stunden gebraucht. Es gibt Kartoffelpuffer mit Kohlrabi.

Bis die Kartoffeln geschält und gerieben, mit Mehl, Salz, Pfeffer und Ei angerührt, in Palmin gebraten und der Kohlrabi klein geschnitten, gekocht und in Mehlschwitze geschmort war, ist ganz schön viel Zeit vergangen. Ich kann jetzt schon mal sagen, dass mir schon tausend Sachen durch den Kopf gehen, worüber ich so schreiben kann in diesem Experimentmonat. Ich werde aber auch verdammt wenig Zeit dafür haben. Diese Kartoffelpuffer die ich nun für 3 Tage vorgekocht habe, waren so ziemlich das schnellste Gericht der Monats August aus dem Kochbuch. Ich werde die meiste Zeit in der Küche stehen. Du bist zufällig hier und weißt nicht worum es geht? Hier entlang!

Kartoffelpufferteig

Kartoffelpufferteig

Fulltime Job Hausfrau

Die arme Josephine, jeden Tag aufwendigste Gerichte kochen und dazu noch alles sauber und ordentlich halten… Ich habe mit einem Gericht schon meine Probleme, von der Ordnung rede ich jetzt mal nicht. Das wir ganz schön hart neben der Arbeit. Zum Frühstück gab übrigens morgens gleich mal frisch geschmiertes Brot. Sauerteigbrot natürlich, wie es sich für die Zeit gehörte. Ich habe sogar extra versucht im Bioladen einfache Marmelade zu finden, weil ich nicht auch noch Zeit hatte, selber welche zu machen. Das war ganz schön schwer, in fast allen Marmeladen war Apfelpektin oder aber Agavendicksaft. Und dieses Zeug gab es damals ganz sicher noch nicht und hat meiner Meinung nach nichts in einer Marmelade zu suchen. Ich habe dann Italienische Brombeermarmelade gefunden, die nur aus Brombeeren und Zucker besteht. Immerhin. Es gab also Marmelade auf Brot und Schinken. Das Brot war schon ziemlich lecker. Kostete aber auch 4,20 der Laib Bauernbrot.

Kartoffelpuffer in der Pfanne

Kartoffelpuffer in der Pfanne

Snacks im 19. Jahrhundert?

Für Zwischendurch habe ich Äpfel gekauft und genau eine Birne. Birnen mag ich eigentlich gar nicht. Ich habe aber extra die schönste Birne des ganzen Ladens gekauft. Mögen werde ich sie trotzdem nicht. Die Konsistenz des Birnen-Frucht-Fleisches finde ich einfach ganz furchtbar. Ich dachte mir aber, dass es z.B. Bananen, Papaya und Melonen damals wohl kaum regelmäßig gegeben hat, deshalb lieber einheimisches Obst und Beeren. Ich werde also irgendwann demnächst eine Birne essen. Hilfe. Vielleicht mache ich ein Video davon. Vielleicht esse ich auch einen Pfirsich und mal ein paar Pflaumen aber ganz sicher viele Äpfel. Normalerweise trinke ich ja den ganzen Tag über immer wieder Kaffee aus dem Vollautomaten. Sowas gab es damals natürlich noch nicht. Deshalb habe ich mir meine French Press mit zur Arbeit genommen und koche mir den Kaffee nun selber. Schmeckt mir sogar besser als Maschinenkaffee.

Kochender Kohlrabi

Kochender Kohlrabi

Palmin geht immer noch ein Stück!

Ich habe mich heute für ein vegetarisches Gericht entschieden. Ganz einfach, weil es mir am schnellsten zu machen vorkam und dabei trotzdem noch 1,5 Stunden gedauert hat. Ich hatte auch überlegt sogenanntes Apfelfleisch zu kochen, mit Salzkartoffeln. Leider muss das Fleisch dafür 3 Stunden schmoren, also war es raus, da fehlte mir die Zeit. Beim Braten der Puffer und für die Mehlschwitze habe ich übrigens eine halbe Packung Palmin verbraucht. Ups. Die Mehlschwitze habe ich da dann auch gleich mal ordentlich verhauen, alles voller Klümpchen. Dafür nimmt lt. Kochbuch übrigens das Wasser mit dem man den Kohlrabi gekocht hat. So etwas habe ich aber auch echt ewig nicht mehr gemacht. Wer bei dem Kohlrabi kein Weißmehl für die Mehlschwitze nehmen will, kann es mit ein bisschen Pfeilwurzelmehl, Kokosmehl oder etwas ähnlichem versuchen. Beim Einkaufen war es schon ein bisschen komisch für mich, habe ich doch wirklich seit Ewigkeiten weder Mehl noch Zucker im Einkaufswagen gehabt. Das Brot habe ich bei einem Naturbäcker gekauft.

Mehlschwitze

Mehlschwitze

Klümpchen lassen sich super im Mixer glatt rühren.

Kommen wir zurück zur Mehlschwitze, die war so volle Mehlbrocken, da habe ich mir mal mit dem Mixer geholfen. Hat astrein geklappt, auch wenn Josephine sich wohl im Grab umdreht. Über 90 Jahre ist sie übrigens geworden. An der ein oder anderen Stelle im Buch lässt sie aber durchblicken, dass sie technischen Neuerungen in der Küche offen gegenüber stand, von daher geht das sicher klar. Meinen Kühlschrank habe ich ja auch nicht aus der Steckdose gezogen für die Zeit. Demnächst gibt es hier auch ein bisschen mehr aus Josys Leben. Nachher muss ich mich erstmal im meine Küche kümmern. Josephine wäre beschämt bei Ihrem Anblick und würde mich sicher mit verachtenden Blicken strafen.

Kartoffelpuffer

Kartoffelpuffer

Wenn dir dieser Artikel oder das ganze Experiment gefällt, dann Teile ihn auf Facebook oder mach es wie im 19. Jahrhundert und erzähle deinen Freunden davon, wenn du sie siehst! 

Auf Facebook Teilen
 

 


Also published on Medium.

Hallo, ich bin Dennis. Ich mache hier so ziemlich alles auf dieser Seite, Schreiben, Fotografieren, Bloggen, Administrieren und auf Kommentare antworten. Mehr über mich gibts auf der ganzen Seite verteilt. Viele Grüße, Dennis

Kommentare ( 4 )

  1. ReplyBianca
    Lieber Dennis, klingt interessant. Ich backe übrigens mein Brot selbst aus Dinkelmehl. 😊
    • ReplyDennis Holzberg
      Ja ich werde auch einmal selber Brot machen in diesem Experiment. Allerdings dann wohl ein Roggen-Weizen Mischbrot mit selbst angesetztem Sauerteig. Dinkel wird in dem Kochbuch übrigens gar nicht erwähnt! Liegt wohl daran, das es kein so ertragreiches Getreide war. Danke dir für deinen Kommentar!
  2. ReplyChristine
    Spannendes Experiment. Meine Mutter berichtete mir, wie sie zum ersten Mal in ihrem Leben eine Banane aß - nach dem zweiten Weltkrieg. Mein Vater erzählte von seiner ersten Orange, die er - genau, nach dem zweiten Weltkrieg - von einem schwarzen US-Soldaten geschenkt bekam. Es gibt gute Gründe, weshalb Zwetschgen, Beeren, Kirschen usw. mit viel Mühe haltbar gemacht wurden und warum es zu Weihnachten etwas unfassbar Köstliches war, Quittenspeck von Mama zu bekommen, der ja eigentlich aus den Einmach-Resten des Quittengelees hergestellt wird. Es gab nicht viel Süßes damals. Kein tägliches Obst. Dafür waren viel mehr Vitamine im superfrischen Gemüse. https://chriskresser.com/what-mid-victorians-can-teach-us-about-nutrition-and-health/ Wirst Du Dich denn jetzt auch zu Fuß fortbewegen und ordentliches Workout (Feldarbeit imitieren) machen, um die Mehlschwitze zu verbrennen?
    • ReplyDennis Holzberg
      Vielen Dank für deinen Kommentar. Es kommt glaube ich immer drauf an, wo man gelebt hat und in welcher Stellung. Die Autorin des Kochbuches an dem ich mich orientiere, ist die Ehefrau eines Pastors gewesen und wohl eher Bürgerlich und weniger der ärmeren "Arbeiterklasse" zuzuordnen gewesen. Auf dem Feld hat sie wohl eher selten gearbeitet, wenn dann eher im eigenen Garten. Aber es gibt auch Abschnitte in dem Buch über das Einmachen von Obst und Gemüse und z.B. auch wie man Wurst selber herstellt. Ich habe tatsächlich vor, mich wieder mehr zu bewegen diesen Monat und jeden Tag ca. 15000 Schritte zu gehen, und ich laufe nun mit zu Fuß zur Arbeit sind schon mal knapp 3000 Schritte morgens und Abends. Sport mache ich sowieso aber ich versuche das diesen Monat noch mal zu intensivieren. Aber ich werde nicht die Lebensweise der damaligen Menschen imitieren, es geht mir eher darum mich an den Lebensmittel und den Zubereitungsarten zu orientieren. Ich will zeigen, dass man für gute Ernährung diesen ganzen Schnick Schnack von heute nicht braucht. Aber klar werde ich einiges immer mal ausprobieren und nicht alles kaufen. Werde auch mal einen Sauerteig selber machen und so was. Der Kartoffelreichtum setzt mir allerdings jetzt schon zu... Und an Brot muss sich mein Magen erst wieder gewöhnen.

Schreibe eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Du kannst diese HTML Tags und Attribute verwenden:

<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>